Es ist das Ende einer Ära bei Netflix: Mitgründer Reed Hastings verlässt das Unternehmen, wie Netflix mitteilte. Demnach werde sich der 65-jährige Verwaltungsratsvorsitzende bei der Hauptversammlung im Juni nicht zur Wiederwahl stellen. Stattdessen wolle er sich nach 29 Jahren auf wohltätige Zwecke ⁠und andere Projekte konzentrieren.

Hastings' Rückzug erfolgt nur wenige Wochen nach dem gescheiterten Deal über eine Übernahme von Warner Bros. Discovery. Einen Zusammenhang soll es hierbei allerdings nicht geben. "Tut mir leid für alle, die hier auf Palastintrigen spekulieren - das ist nicht der Fall", scherzte Co-CEO Ted Sarandos bei der Bilanzpressekonferenz. "Wir sind uns mit der Geschäftsführung und dem Vorstand hinsichtlich des Warner-Brothers-Deals vollkommen einig", betonte Sarandos und fügte hinzu, dass die Entscheidung "absolut nichts damit zu tun hatte“, ob der WBD-Deal zustande kam oder nicht.

Zugleich fand Sarandos lobende Worte für seinen langjährigen Weggefährten. "Reed ist für mich seit unserer ersten Begegnung im Jahr 1999 eine einzigartige Quelle der Inspiration, sowohl persönlich als auch beruflich", sagte er. "Ich hatte das Privileg, für einen wahren Wegbereiter zu arbeiten und an seiner Seite zu stehen, und ich freue mich darauf, zu sehen, was er als Nächstes alles erreichen wird."

Klar ist allerdings: Nach dem gescheiterten Deal muss sich Netflix neu orientieren, schließlich erhält der Konzern künftig doch keinen Zugriff auf Inhalte wie die "Harry Potter"-Saga oder die TV-Serie "Game of Thrones". "Unsere Mission bleibt ehrgeizig und unverändert: die Welt zu unterhalten", erklärte das Netflix-Management und erklärte, erfolgreiche eigene Formate wie "Bridgerton" weiterentwickeln zu wollen. Der Konzern stellte zudem eine Fortsetzung seines Hits "KPop Demon Hunters" in Aussicht und kündigte mehr Live-Übertragungen an.

Die Netflix-Aktie brach gleichwohl nachbörslich um mehr als acht Prozent ein - auch wegen einer eher enttäuschenden Gewinnprognose von 78 Cent pro Aktie, während Analysten im Schnitt von 84 Cent ausgegangen waren. Der Umsatz von Netflix kletterte derweil im ersten Quartal 2026 um 16 Prozent ‌auf 12,25 Milliarden Dollar, der Gewinn verdoppelte sich sogar auf 1,23 Dollar je Aktie. Allerdings profitierte der Streamer auch durch eine saftige Vertragsstrafe in Höhe von 2,8 Milliarden Dollar, die Warner Bros. Discovery bezahlen musste, nachdem sich letztlich doch Paramount Skydance im Bieterwettstreit um WBD durchgesetzt hatte.