Der Fachbeirat der DW Educational Programs (DW Deutsch lernen) hat in einer Stellungnahme die geplanten Kürzungen im Deutsch-Angebot des Auslandssenders kritisiert und vor massiven Schäden für den Sender gewarnt. Bekanntlich sollen zwei bislang eigenständige Bereiche zusammengeführt werden: Das journalistische Angebot sowie die Deutschlernkurse. Das Budget wird nahezu halbiert. 1,8 Millionen Euro will die Deutsche Welle bei ihren deutschsprachigen Angebot künftig sparen. Das Budget liegt künftig nur noch bei rund 2 Millionen Euro.
Etliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hatten zuletzt gegen den Sparhammer öffentlich protestiert und die Frage gestellt, ob die geplanten Einsparungen überhaupt mit dem DW-Gesetz in Einklang zu bringen sind. Dort ist festgehalten, dass der Auslandssender die deutsche Sprache besonders fördert. Beim Sender selbst wiegelte man ab und verteidigte die geplanten Einschnitte (DWDL.de berichtete).
Durch den Fachbeirat der DW Educational Programs gibt es nun jedoch weitere Kritik. Die Expertinnen und Experten in dem Gremium begleiten seit mehr als zehn Jahren den Aufbau des Deutschlernangebots der Deutschen Welle. Die geplanten Änderungen nehme man "mit Entsetzen und Unverständnis" zur Kenntnis. Man sei überzeugt, dass auf diese Weise ein "irreversibler Schaden für die DW entstehen wird". Man teile ausdrücklich die Fassungslosigkeit der Belegschaft.
Der Fachbeirat fordert die Geschäftsleitung des Auslandssender nun auf, die geplanten Änderungen zu revidieren und das bislang eigenständige Deutschlernangebot nicht einzustellen bzw. in bisheriger Form weiterzuführen. Darüber hinaus wendet man sich aber auch an die Gremien der DW und die Abgeordneten des Bundestags. Diese sollten der von der DW vorgelegten Aufgabenplanung 2026 bis 2029 in den genannten Punkten nicht zustimmen.
Einsparungen bei der Deutschen Welle sind deshalb nötig, weil der Bundestag eine Absenkung des DW-Etats beschlossen hatte. So wurde der Zuschuss um 10 Millionen Euro auf insgesamt 415 Euro gekürzt. Darin sind 20 Millionen Euro enthalten, die für Investitionen vorgesehen sind. Für das eigentliche Programm bleiben also rund 395 Millionen Euro. Die Deutsche Welle muss im Zuge der Etat-Kürzung allerdings nicht nur 10 Millionen Euro einsparen, sondern sogar 21 Millionen. Die weiteren elf Millionen Euro ergeben sich daraus, dass dem Sender durch Tarifsteigerungen aus dem bestehenden Tarifabschluss im kommenden Jahr entsprechende Mehrkosten entstehen, die nun ebenfalls nicht ausgeglichen werden. Zu den weiteren Einsparungen gehören Kürzungen in weiteren Sprachangeboten, DW Griechisch wird komplett eingestellt.
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