Die Nutzung von linearem Fernsehen ist seit vielen Jahren auf einem absteigenden Ast - die illegale Nutzung von Live-Fernsehen hingegen nimmt immer weiter zu, so zumindest das Ergebnis der jüngsten Auflage der TV-Piraterie-Studie von Goldmedia im Auftrag des Verbands VAUNET. Demnach nutzten 2025 rund 7,7 Millionen Menschen in Deutschland illegal lineare TV-Streams, 2022/23 wurde die Zahl noch mit 5,9 Millionen angegeben, 2018 mit 1,9 Millionen. 

Das hat enorme wirtschaftliche Folgen: Den gesamtwirtschaftlichen Schaden beziffert VAUNET 2025 mit 2,4 Milliarden Euro, ein Anstieg um ein Drittel im Vergleich zur letzten Erhebung 2022 - aller technischen Schutzmaßnahmen, Gerichtsverfahren und Aufklärungskampagnen zum Trotz. Der direkte wirtschaftliche Schaden für die betroffenen Medienunternehmen liegt demnach bei 1,5 Milliarden Euro, dem Staat entgehen jährlich 542 Millionen Euro an Steuern und Sozialabgaben, der Rest entfällt auf vor- und nachgelagerte Wertschöpfungsstufen. Schäden durch illegale Downloads oder illegale Nutzung von VoD-Diensten sind dabei noch gar nicht eingerechnet.

Besonders verbreitet ist die illegale Nutzung demnach bei den 16- bis 33-Jährigen. Drei Viertel der Befragten gibt als Grund an, dass es für sie die bequemste Möglichkeit zum Konsum linearen Fernsehens sei. Gleichzeitig zeige die Studie, dass die Bereitschaft zur Nutzung legaler Angebote steigt, wenn illegale Alternativen nicht verfügbar seien.

VAUNET-Geschäftsführer Frank Giersberg sagt: "Die Zahlen zeigen: TV-Piraterie bleibt ein Massenphänomen mit einer erheblichen Schadensdimension für die Medienanbieter, die Medienvielfalt und den Fiskus. Es braucht daher dringend wirksamere Instrumente, die die illegale TV-Nutzung nachhaltig eindämmen und so die Medienvielfalt schützen."

Konkret fordert VAUNET, dass Plattformen und Hosting-Dienste zu schnellerer Entfernung nach Kenntniserlangung über rechtswidrige Inhalte verpflichtet werden. Zudem will VAUNET wirksamere, dynamische Sperrmaßnahmen, damit illegale Streams und Ausweich-Angebote auch während laufender Übertragungen unterbunden werden können. Als dritten Punkt führt VAUNET "effektivere Verantwortungszuweisung" an. So sollen Rechteinhaber schneller gegen illegale Angebote vorgehen können, ohne zunächst aufwendig die meist anonym agierenden Täter identifizieren zu müssen.