Die angespannte Situation auf dem Markt für Film- und TV-Produktionen fordert ein weiteres Opfer: Die zur Production Resource Group gehörende Cinegate GmbH wird ihren Betrieb einstellen, wie Anfang vergangener Woche angekündigt wurde. Angesichts des spürbar gesunkenen Produktionsvolumens sei das bisherige Geschäftsmodell nicht mehr tragbar, hieß es vom Unternehmen. Cinegate stellte bislang für zahlreiche Produktionen technische Infrastruktur, Studios-, Licht-, Bühnen- und Kameraequipment sowie teils auch personelle und logistische Ressourcen bereit.
In einem gemeinsamen Statement des Bundesverbands Beleuchtung & Kamerabühne sowie elf weiterer Verbände ist als Reaktion darauf von einem "alarmierenden Signal" die Rede. "Mit Cinegate verschwindet nicht nur ein einzelnes Unternehmen aus einem wirtschaftlich angeschlagenen Markt. Es droht der Verlust einer über Jahrzehnte gewachsenen Institution, die den Produktionsstandort Norddeutschland maßgeblich geprägt und getragen hat." Die Schließung treffe dabei nicht nur den Norden, auch bundesweit sei Cinegate tätig gewesen.
Weiter heißt es im Statement: "Besonders dramatisch ist dabei die drohende Zerstörung der gesamten Wertschöpfungskette. Filmproduktionen entstehen nicht isoliert. Sie benötigen funktionierende Netzwerke aus Studios, Technikdienstleistern, Werkstätten, Lagerflächen, Transportlogistik, Fachpersonal und kurzfristig verfügbaren Ressourcen. Fällt Cinegate als ein solcher zentraler Akteur weg, entstehen nicht nur Versorgungslücken. Es droht ein struktureller Dominoeffekt: Produktionen werden verlagert, Investitionen bleiben aus, Fachkräfte wandern ab und gewachsene Produktionsökosysteme brechen auseinander."
Die Schließung von Cinegate verschärfe die Situation in einem ohnehin stark unter Druck stehenden Markt. "Wir appellieren daher mit Nachdruck an Politik, Förderinstitutionen, öffentlich-rechtliche Sender, Produzenten und alle verantwortlichen Marktteilnehmer, die Tragweite dieser Entwicklung nicht als isolierten Einzelfall zu betrachten."
Unterzeichnet wurde das Schreiben neben dem Bundesverband Beleuchtung & Kamerabühne auch vom Regieverband für Werbefilm & Branded Content in Deutschland, Bundesverband Herstellungs- und Produktionsleitung, Bundesverband Locationscouts, Berufsverband der Script Supervisor BVSS, Berufsverband Intimitätskoordination und Kampfchoreographie, German Stunt Association, Verband der Requisite und Set Decoration, Verband der Berufsgruppen Szenenbild und Kostümbild, Bundesverband Aufnahmeleitung, Bundesvereinigung Maskenbild und Berufsverband Kinematografie.
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