Am Ende war es eine klare Sache: Mit 22 von 24 Stimmen ist Martin Grasmück als Intendant des Saarländischen Rundfunks (SR) im Amt bestätigt worden. Er erhielt damit vom Rundfunkrat weit mehr als die nötige Zwei-Drittel-Mehrheit und kann somit im kommenden Jahr seine zweite Amtszeit antreten. Diese ist auf sechs Jahre für den Zeitraum vom 1. Mai 2027 bis zum 30. Mai 2033 angelegt.
Wirklich spannend wurde es bei der Wiederwahl also nicht, auch wenn mit Peter Dinges zuvor noch ein weiterer Kandidat durch die Findungs- und Wahlkommission zur Wahl vorgeschlagen worden war. Dinges, 1961 in Saarbrücken geboren, steht seit über 20 Jahren an der Spitze der FFA, also der nationalen Filmförderung Deutschlands, und war von 2014 bis 2018 auch Präsident des europäischen Verbands der nationalen Filmförderungen. Diese Erfahrung half ihm nun allerdings erkennbar nicht: Bei der Intendantenwahl entfielen auf Dinges lediglich zwei Stimmen.
Es herrscht also Kontinuität an der Spitze des öffentlich-rechtlichen Senders, der innerhalb des ARD-Verbund zu den kleinsten zählt. Mit Martin Grasmück bleibt somit ein echtes Eigengewächs an der Spitze des SR: Schon sein Volontariat absolvierte er einst beim SR, und vor seiner Wahl zum Intendanten im Jahr 2021 war er Hörfunkdirektor und Programmchef von SR1 und UnserDing. Bei seiner ersten Wahl ging es hingegen ungleich enger zu: Damals setzte sich Grasmück - wenn auch ohne Amtsbonus - erst im siebten Wahlgang durch.
Dass er gerne weitermachen möchte, hatte der 56-Jährige bereits frühzeitig kommuniziert und auf seine Erfolge verwiesen. Ein vom Verwaltungsrat in Auftrag gegebenes Gutachten hatte allerdings im Sender Ineffizienzen und siloartige Strukturen festgestellt, die zu Schnittstellenproblemen, Doppelsteuerung und unklaren Zuständigkeiten geführt hätten fest - Dinge, die Grasmück nicht eingeführt, aber offenbar auch noch nicht abgestellt hat. Die sehr deutliche Mehrheit vom Montag zeigt jedoch, dass der Rundfunkrat dem Intendanten reichlich Vertrauen entgegenbringt.
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