Für Sichtbarkeit des Seriencamps über den deutschen Markt hinaus sorgen seit einigen Jahren u.a. die Kolleginnen und Kollegen von Deadline.com, die das Festival und die Konferenz in Köln inzwischen im dritten Jahr zum Anlass nehmen, herausragende Persönlichkeiten der deutschen Branche auszeichne, die mit ihrer Arbeit maßgebliche Impulse gesetzt und sich damit den German TV Disruptor Award verdient haben. Nach Autorin Annette Hess und Produzent Philipp Käßbohrer geht die Auszeichnung in diesem Jahr an Anke Greifeneder.

Bei TNT Serie bzw. TNT Comedy entwickelte sie die ersten deutschen Pay-TV-Serien und baut als Programmchefin für den Streamer HBO Max im deutschsprachigen Raum jetzt darauf auf, ganz konkret etwa mit dem Prequel „4 Blocks Zero“. Mehr dazu erzählt Greifeneder auch im VAUNETxDWDL-Podcast „visionär on air“. Am Montagabend aber die Ehrung durch Deadline-Redakteur Max Goldbart im Rahmen der Eröffnung des diesjährigen Seriencamps 

„Ich mag den Namen der Auszeichnung, Disruptor Award, sehr“, erklärt Greifeneder auf der Bühne im Cinenova. „Disruption hat Kraft, Energie. Eine tolle Auszeichnung, auch weil ihn zuvor schon Annette Hess und Philip Käßbohrer erhalten haben. Und in einem Club zu sein mit den Beiden? Da bin ich dabei.“ Dem Seriencamp ist Greifeneder außerdem lange verbunden, war mehrfach mit neuen Projekten zu Gast bei „Work in Progress“, dem Werkstattblick auf kommende Produktionen. 

„Ich muss sagen, ich habe das Seriencamp auch in München schon erlebt, fand es damals schon toll und freue mich, wie es gewachsen ist“, so Greifeneder am Montagabend. „Und ich muss sagen: Es passt sehr gut nach Köln. Dieses Gefühl hier, das bin ich ja auch. Da kann ich mich voll mit identifizieren. Fühle mich sehr wohl, immer wenn ich hier bin. Auch wenn es weh tut, dass München es verloren hat.“

Porschen Greifeneder © DWDL.de / Thomas Lückerath Dominik Porsche, Anke Greifeneder
Im Talk mit dem Moderator der Seriencamp-Eröffnung, Dominik Porschen, punktet Greifeneder mit Schlagfertigkeit. Was sie sich wünsche, will er wissen. „Was ich mir wünsche? Außer Weltfrieden?“, fragt Greifeneder und als Porschen konkretisiert, es gehe ihm darum, was die Serienkultur in Deutschland brauche, um noch mehr zu machen, kontert die Preisträgerin: „Also mehr geht immer, auf jeden Fall…. Qualität find ich aber auch ganz gut. Dass wir uns weiter trauen, neue Sachen zu machen und zu disrupten. Also in diesem Sinne: Heiter weiter.“

Und als es eigentlich schon um die Serie „Back for more“ (Studio Zentral fürs ZDF) gehen soll, die das Seriencamp Festival in diesem Jahr eröffnet, kommt noch eine unerwartete Lobhudelei für Greifeneder von ZDF-Redakteurin Alexandra Staib: „Ich muss noch eine Sache sagen: Ich bin auch ein Riesenfan von Anke Greifeneder. Anke, du hast so viel Inspiration für Deutschland gebracht mit deinen ganzen Serien. Das ist wirklich der Hammer, du bist eine Vorreiterin.“ Aber Staib warnt dann auch mit einem Lächeln: „Aber wir greifen an. Watch out! Wir kommen!“

Mehr zum Thema