Der MDR hat eine Neuaufstellung seines Klassik-Angebots im Hörfunk angekündigt und wird im Zuge dessen die Verbreitung von MDR Klassik über DAB+ zum 12. Oktober einstellen. Auf der bislang genutzten Frequenz soll künftig das Programm von BR Klassik zu hören sein - allerdings ergänzt um kuratierte Inhalte aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.
Die Maßnahme ist Teil der ARD-weiten Radioreform. Der seit Ende 2025 geltende Reformstaatsvertrag verpflichtet die ARD dazu, ihre Zahl an Hörfunkwellen bis 2027 auf maximal 53 Programme zu begrenzen. Auch der MDR muss sein Portfolio im Zuge dessen reduzieren. Als Rückzug aus der Klassik will der Sender den jetzt angekündigten Schritt allerdings nicht verstanden wissen. Vielmehr sollen Klassik-Inhalte fortan verstärkt über MDR Kultur, ARD Sounds, die Mediathek sowie BR Klassik ausgespielt werden.
So soll die regionale Berichterstattung über die Musiklandschaft in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen "ein wesentlicher Bestandteil des Angebots bleiben" und Konzertübertragungen, Mitschnitte sowie redaktionelle Beiträge aus der Region weiterhin umgesetzt werden. Durch die Kombination aus MDR Kultur, BR Klassik sowie den digitalen ARD-Plattformen werden das Angebot "künftig noch breiter aufgestellt und vielfältiger erreichbar - bei gleichzeitig unverändert hoher Bedeutung der regionalen Inhalte", argumentiert der Sender und versichert, für die mitteldeutsche Kulturszene "ein verlässlicher Partner" bleiben zu wollen.
Nach Auffassung des MDR trage diese Entwicklung der veränderten Mediennutzung Rechnung. "Mit der strategischen Weiterentwicklung seiner Klassikangebote stärkt der MDR die digitale Verfügbarkeit, baut Kooperationen innerhalb der ARD aus und sichert zugleich die Präsenz der mitteldeutschen Kulturlandschaft – auf bestehenden und neuen Wegen", sagte Annette Josef, Hauptabteilungsleiterin MDR Klassik. "Die Neuausrichtung bedeutet keinen Rückzug von unserem Kulturauftrag, sondern eine Weiterentwicklung der Angebote unter veränderten Rahmenbedingungen. Klassische Musik erhält eine stärkere digitale Präsenz u nd erreicht so neue Zielgruppen. Klassik bleibt zentraler Bestandteil des MDR-Auftrags."
Das Aus von MDR Klassik über DAB+ war bereits vor einiger Zeit mit Blick auf den Reformstaatsvertrag angekündigt worden, die genaue Umsetzung stand aber bisher noch nicht fest. In den vergangenen Wochen hatte der MDR bereits mehrfach Schlagzeilen wegen massiver Einsparungen im Programm gemacht.
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