Der "Spiegel" will fortan verstärkt lösungsorientierte Ansätze in seiner Berichterstattung verfolgen. Im Zuge dessen hat das Magazin das Motto "Spiegel Solutions" ins Leben gerufen. Ziel sei es, dass alle alle Ressorts in unterschiedlichen Formaten den Blick dorthin lenken, "wo in Politik und Gesellschaft etwas gelingt", heißt es. Damit bleibe man zugleich dem Leitspruch von "Spiegel"-Gründer Rudolf Augstein - "Sagen, was ist" - treu, nach dem Journalismus stets die Wirklichkeit abbilden sollte - "im Guten wie im Schlechten".

"Der friedliche Streit ist eine der Grundlagen der Demokratie. Der beste Streit ist der, der am Ende zu einer Lösung führt", sagte "Spiegel"-Chefredakteur Dirk Kurbjuweit. "Darum wollen wir uns künftig mehr kümmern, selbstverständlich ohne den Blick auf Missstände einzuschränken."

Federführend vorangetrieben wird "Spiegel Solutions" von Autorin Susanne Beyer, die sich während eines Fellowships am Thomas-Mann-House in Los Angeles mit journalistischen Formen beschäftigt hat, die auf die Polarisierung der Gesellschaft reagieren. In einem Essay an diesem Donnerstag erschienen Essay erkärte sie bereits, warum es aus ihrer Sicht lösungsorientierten Journalismus brauche.

Wie sich der "Spiegel" das vorstellt, lässt sich außerdem in einer neuen Variante des "Spiegel"-Streitgesprächs nachvollziehen, der "Mediation". In der ersten Ausgabe, deren Veröffentlichung noch am Donnerstag erfolgen soll, treffen die Klimaschutz-Aktivistin Luisa Neubauer und der CDU-Politiker Sepp Müller aufeinander und suchen "nach Schnittpunkten in ihren erst einmal konträren Positionen zur Förderung des Klimaschutzes".