Regelmäßig kommt es vor wichtigen Wahlen zu teils kontroversen Debatten um TV-Wahlformate. Nicht selten geht es darum, wer eingeladen ist und wer nicht. Da machen die Landtagswahlen im Osten, die im September anstehen, keine Ausnahme. Schon vor einigen Tagen gab es Schlagzeilen, weil Linke und CDU in Mecklenburg-Vorpommern RTL und dem Radiosender Ostseewelle vorwarfen, sie aus einem geplanten Format wieder ausgeladen zu haben. RTL dementierte das, beim Nachrichtensender ntv wird ein Duell zwischen Manuela Schwesig (SPD) und Leif-Erik Holm (AfD) zu sehen sein.
Nun gerät ein anderer Sender wegen eines geplanten Wahl-Formats in die Kritik der CDU: der NDR. Der öffentlich-rechtliche Sender setzt ebenfalls auf ein Duell zwischen der SPD-Ministerpräsidentin und dem AfD-Herausforderer. Es sind die beiden Parteien mit den aktuell höchsten Ergebnissen in Umfragen. Darüber hinaus plant der NDR allerdings auch ein Quadrell mit Teilnehmern von CDU, Linken, BSW und Grünen.
Wie die "Bild" nun zuerst berichtete, erhebt CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann in einem Brief an NDR-Chefredakteur Adrian Feuerbacher schwerwiegende Vorwürfe. Demnach sei zunächst eine große Wahlrunde mit allen Spitzenkandidaten in Aussicht gestellt worden. Es entstehe der Eindruck, der NDR habe mit der CDU-Ausladung seine "journalistische Unabhängigkeit" geopfert und werde seinem öffentlich-rechtlichen Auftrag nicht gerecht, kritisiert die Generalsekretärin demnach. Hoppermann sprach konkret davon, dass die CDU von der TV-Debatte ausgeschlossen werde.
Beim NDR hat man jedoch eine völlig andere Sicht auf die Dinge - wie schon zuvor RTL. Die Darstellung, der NDR habe die CDU zunächst in ein Wahl-Format eingeladen und sie "später jedoch wieder vor die Tür gesetzt", sei "frei erfunden und entbehrt jeder Grundlage", erklärte NDR-Chefredakteur Adrian Feuerbacher gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. Man habe immer mit einem Duell bzw. einem Quadrell geplant, sagt Feuerbacher demnach. So seien die Parteien bereits im April 2026 auf Basis dieser Planungen eingeladen worden und hätten zugesagt.
Das Duell zwischen Schwesig und Holm findet am 16. September statt, CDU, Linke, BSW und Grüne treffen einen Tag vorher aufeinander. Die jeweiligen Sendungen werden um 21 Uhr im NDR Fernsehen ausgestrahlt. Bei der CDU glaubt man, dass sowohl RTL als auch der NDR dem Druck von Manuela Schwesig nachgegeben hätten. Die SPD-Politikerin soll angeblich auf ein Duell mit der AfD gedrängt haben, um bei der Wahl bessere Chancen zu haben.
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