Die im September anstehenden Landtagswahlen haben das Potenzial, für Veränderungen in Deutschland zu sorgen. Sowohl in Mecklenburg-Vorpommern als auch in Sachsen-Anhalt sehen die Umfragen die AfD aktuell in Führung - in Sachsen-Anhalt könnten die Rechtspopulisten sogar die absolute Mehrheit erreichen. Das könnte auch Auswirkungen auf die Bundespolitik haben. Angesichts der Ausgangslage berichten schon heute viele Medien intensiv über die bevorstehenden Urnengänge.
RTL und ntv haben für die Wahl in Mecklenburg-Vorpommern in Kooperation mit dem Radiosender Ostseewelle eine entsprechende Wahlsendung geplant, um die es jetzt Ärger gibt. Wie die "taz" berichtet, kritisieren vor allem CDU und Linke das Vorgehen der Sendergruppe. Denn offenbar wurden sie zunächst eingeladen, um an einer solchen Wahlsendung teilzunehmen - mittlerweile wurden sie aber wieder ausgeladen. Während die CDU in der Opposition sitzt, sind die Linken aktuell Junior-Partner in der Koalition von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig.
Die SPD-Politikerin Schwesig fokussiert den Wahlkampf aber schon seit einiger Zeit auf die AfD und positioniert sich als die Alternative für Menschen, die nichts mit den Rechtspopulisten anfangen können. Bei RTL/ntv soll Schwesig dann auch auf Leif-Erik Holm von der AfD treffen - die in den Umfragen weit hinter SPD und AfD liegenden Parteien werden nicht Teil der Sendung.
Wie die "taz" nun berichtet, soll das Umfeld von Manuela Schwesig bei RTL Deutschland auf ein solches Wahlduell gedrängt haben. Demnach sei sogar gedroht worden, dass die Ministerpräsidentin nicht komme, sollte es eine Runde mit CDU und Linken geben. Die Zeitung beruft sich auf CDU-Spitzenkandidat Daniel Peters und Linken-Landeschef Hennis Herbst, die behaupten, diese Vorgehensweise sei ihnen von Menschen, die beim Sender arbeiten, so zugetragen worden.
Lilly Blaudszun, Leiterin der Wahlkampfkommunikation von Manuela Schwesig, sagt gegenüber der "taz", dass jeder Sender selbst über sein Format entscheide. Die SPD-Politikerin habe jedenfalls für "ein Kandidatenduell" zugesagt. Das kann man als Bestätigung lesen: Schwesig will ein TV-Duell nur mit ihrem AfD-Herausforderer, nicht aber mit den Kandidaten der anderen Parteien.
Bei RTL Deutschland verneint man eine inhaltliche Einmischung durch die SPD. Man habe zunächst "unterschiedliche Konstellationen geprüft", heißt es vom Unternehmen gegenüber der "taz". Nach redaktioneller Abwägung habe man sich dann aber dazu entschieden, keine große Runde umzusetzen, sondern ein Duell zwischen SPD und AfD. "Versuche, inhaltlich Einfluss zu nehmen, gab es weder von der Landesregierung noch von der SPD", erklärt eine Sendersprecherin. "Ausschlaggebend für die Zuspitzung auf ein Duell waren die aktuellen Umfragewerte sowie die bundesweite Ausrichtung der Berichterstattung von RTL und ntv."
In Sachsen-Anhalt gehen RTL und ntv übrigens genau den umgekehrten Weg: Für den 2. September hat man eine "Wahlarena" angekündigt, die ab 17 Uhr in Kooperation mit Radio Brocken bei ntv zu sehen sein wird. Es kommen alle Spitzenkandidaten der im Landtag vertretenen Parteien - sowie die Vertreterin des BSW. Es wird also kein zugespitztes Duell zwischen Sven Schulze (CDU) und Ulrich Siegmund (AfD) - also den Spitzenkandidaten, deren Parteien aktuell die Umfragen anführen. Stattdessen besteht die Runde aus sieben Personen.
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