Frank Gotthardt ist kein Unternehmer, der häufig die Öffentlichkeit sucht. Besonders viele Interviews mit ihm gibt es nicht, nun hat sich der "Nius"-Geldgeber jedoch von einem Journalisten der "Zeit" mehrere Tage begleiten lassen (Hier geht's zum Artikel, €). In dem Text, der in der Wochenzeitung erschienen ist, geht es auch um das Nachrichtenportal, das er zusammen mit Ex-"Bild"-Chefredakteur Julian Reichelt vor rund vier Jahren gründete. Seither hat "Nius" viele Millionen Euro Verlust gemacht. 

Mit der geschäftlichen Entwicklung sei Gotthardt "unzufrieden", wie die "Zeit" berichtet. In dem Text wird nahegelegt, dass der Unternehmen bislang rund 40 Millionen Euro in "Nius" gesteckt habe, monatlich würden etwas mehr als eine Million hinzukommen. Dennoch will er auch weiterhin Geld in das Projekt stecken. "Wenn man in ein neues Medium investiert, braucht man einen langen Atem."

Geschäftlich kann Gotthardts Interesse an "Nius" nicht sein - so viel steht fest. Er hält trotz der Millionen-Verluste auch deshalb am Portal fest, um politisch etwas zu bewirken. "Mich stört der Zungenschlag der Öffentlich-Rechtlichen, die mir die Welt erklären wollen", sagt der Unternehmer gegenüber der "Zeit". Gotthardt spricht von "Erziehungsfernsehen". Die Lautstärke von "Nius" sei ein Teil des Erfolgs. "Ich möchte nicht, dass Nius leiser wird", so Gotthardt. Man müsse auch laut sein, um die Menschen zu erreichen. 

Der Unternehmer sagt im "Zeit"-Interview auch, dass er alles glaube, was "Nius" verbreite. "Im Gegensatz zu vielen anderen lügen wir nicht." Gleichzeitig listet die "Zeit" eine Reihe von offensichtlichen Falschmeldungen auf. "Ausnahmen bestätigen die Regel. Auch wir machen einmal Fehler", erklärt Gotthardt daraufhin. Dennoch hätten die Journalistinnen und Journalisten bei "Nius" keine Mission, wie der Unternehmer meint. "Wir wollen konservativ berichten", so Gotthardt weiter. 

In dem Text der "Zeit" kommt auch "Nius"-Chefredakteur Julian Reichelt zu Wort, der Gotthardt umfassend lobt ("Er wusste, dass Nius teuer wird, aber Meinungsvielfalt unbezahlbar ist") und als "besten Freund, den man sich wünschen kann" bezeichnet. Gotthardt melde sich selten in der Redaktion, heißt es in dem Artikel. Einmal habe er "Nius" jedoch empfohlen, einen Reporter nach Italien zu schicken. Grund dafür waren Medienberichte, nach denen am Gardasee das Wasser ausgehen sollte. "Beim Vorbeifahren am Ufer, erzählt Gotthardt, habe er nichts Ungewöhnliches bemerkt, und der Reporter habe die alarmierende Nachricht schnell als Fake News entlarvt", schreibt die "Zeit".