Das vielfach kritisierte Interview von Ulrich Siegmund, Spitzenkandidat der AfD in Sachsen-Anhalt, im Rahmen der Kindernachrichtensendung "logo!" hat nun Konsequenzen. Das zuständige ZDF hatte die Sendung zunächst verteidigt und unter anderem auf den öffentlich-rechtlichen Auftrag von "logo!" hingewiesen. Nun räumt man jedoch Fehler ein. Im Vorfeld der Wahl in Sachsen-Anhalt hatte die Landesschülersprecherin neben Siegmund auch CDU-Ministerpräsident Sven Schulze interviewt. "Im Nachhinein müssen wir feststellen, dass das gewählte redaktionelle Konzept nicht angemessen war", heißt es jetzt vom ZDF. 

Gleichzeitig erklären die Mainzer, dass man sich anlässlich dessen für die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern für eine andere Herangehensweise entschieden habe. Die Aussagen aus Interviews mit Manuela Schwesig, Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern und Spitzenkandidatin der SPD, und Enrico Schult, Spitzenkandidat der AfD, werden "in einem redaktionellen Beitrag eingeordnet", so der Sender.

Das Interview mit Enrico Schult wurde nach ZDF-Angaben auf der Basis des neuen redaktionellen Konzepts am 8. September durch die "logo!"-Redaktion geführt. Das Gespräch zwischen Manuela Schwesig und einer Vertreterin des Landesschülerrats Mecklenburg-Vorpommern fand bereits am 29. August 2026 statt - also vor der Kritikwelle. Die Sendung mit dem Siegmund-Interview wurde erst Anfang September kurz vor der Wahl ausgestrahlt. 

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) spricht angesichts der neuen Herangehensweise von der "einzig richtigen Entscheidung". Der DJV-Bundesvorsitzende Mika Beuster sagt: "Dass ,logo!‘ vor der Wahl in Sachsen-Anhalt Ulrich Siegmund eine halbe Stunde hat schwadronieren lassen, hat zu Recht für viel Unmut gesorgt. Gut, dass sich das für Mecklenburg-Vorpommern nicht wiederholt." Die perfide Medienstrategie der AfD erfordere journalistische Profis. "Das ist gerade gegenüber jüngeren Zuschauenden unverzichtbar."