Die Deutsche Welle wird ihre Griechisch-Redaktion nun doch über das Jahr 2026 hinaus fortführen. Eigentlich hatte die DW im Februar angesichts eines sinkenden Steuer-Zuschusses mehrere Sparmaßnahmen beschlossen: In mehreren Sprachen sollte das Angebot reduziert werden, am härtesten traf es aber die Griechisch-Redaktion, die dem Sparkurs komplett zum Opfer fallen sollte. Davon ist die DW-Führung nun wieder abgerückt. Nachdem zunächst griechische Medien darüber berichtet hatten, kam die Bestätigung am Sonntag im Zuge einer Pressemitteilung des Rundfunkrats des steuerfinanzierten deutschen Auslands-Senders.

Darin heißt es, dass zwar die finanzelle Lage der DW trotz für 2026 und 2027 gewährter "Personalverstärkungsmittel zum teilweisen Ausgleich tarifbedingter Mehrkosten" angespannt bleibe und der Sender daher seinen Transformationsprozess daher fortsetzen müsse - dieser zeige demnach aber auch schon erste Wirkung. "Ziel sind effizientere Strukturen, eine engere Zusammenarbeit der europäischen Sprachredaktionen sowie eine bessere Nutzung gemeinsamer journalistischer Ressourcen. Erste Erfahrungen zeigen, dass dadurch neue Handlungsspielräume entstehen", heißt es in der Mitteilung. Daher habe man beschlossen, das griechischsprachige Angebot ab 2027 in reduzierter Form fortzuführen.

"Die DW bewertet ihre sprachliche Vielfalt als wichtigen Bestandteil ihrer internationalen Wirkung und sieht im griechischsprachigen Angebot weiterhin einen bedeutenden Beitrag zur weltweiten Vermittlung deutscher und europäischer Perspektiven", schreibt die DW. Wie die "FAZ" berichtet soll sich unter anderem der griechische Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis persönlich bei Bundeskanzler Friedrich Merz für eine Fortführung stark gemacht haben, auch aus Deutschland gab's politische Unterstützung. Der Rundfunkratsvorsitzende Karl Jüsten kommentiert: "Die Entscheidung zum griechischsprachigen Angebot zeigt, dass die Transformation der DW Handlungsspielräume eröffnen kann. Klar bleibt aber auch: Die DW braucht dauerhaft eine verlässliche finanzielle Grundlage, um ihren Auftrag erfüllen zu können."

Scharfe Kritik gab es in den letzten Monaten auch an den vorgesehenen Änderungen beim Deutsch-Angebot. Die DW plant hier, journalistische Inhalte und Sprachlernen künftig in einem integrierten digitalen Angebot für Deutschlernende weltweit sowie für deutschsprachige Communities im Ausland zusammenzuführen - und möchte in diesem Zuge die dafür aufgewendeten Mittel drastisch kürzen. Die Neuausrichtung wurde im Rundfunkrat diesmal diskutiert und soll in einer der kommenden Sitzungen weiter beraten werden, heißt es - auch hier gibt es also offenbar weiter Diskussionsbedarf.