Claus Grewenig, Chief Corporate Affairs Officer von RTL Deutschland, wurde auf der Mitgliederversammlung des Verbandes VAUNET einstimmig im Amt des Vorstandsvorsitzenden bestätigt. Einen Wechsel gibt es im Fachbereich Radio, wo FFH-Chef Marco Maier nicht erneut als Vorsitzender antrat und den Staffelstab an seine bisherige Stellvertreterin Nina Gerhardt, CEO von RTL Radio Deutschland, weitergab. Maier bleibt aber als ihr Stellvertreter im Fachbereichsvorstand. An der Spitze des Fachbereichs TV und Multimedia steht weiterhin Michael Müller von ProSiebenSat.1, Stellvertreter bleibt Sebastian Kocks von RTL Deutschland. Das Amt des Schatzmeisters übernimmt Matthias Heinze von Warner Bros. Discovery.
Zu Gast auf der Mitgliederversammlung war Jan Ole Püschel, Leiter der Abteilung Medien beim Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, der die Bedeutung einer vielfältigen Medienlandschaft für eine resiliente Demokratie hervorhob. "Die privaten Medien sind hierbei unverzichtbar - die Refinanzierung ihrer Angebote durch faire Wettbewerbsbedingungen zu gewährleisten ist daher weiter unsere Aufgabe, national und europäisch", so Püschel.
Der wiedergewählte VAUNET-Vorsitzende Claus Grewenig sieht auch kein Erkenntnis-Problem der Politik, mahnt aber "Tempo und Konsequenz bei der Umsetzung" an und forderte mehr Handlungsspielraum "für Investitionen, für Kooperationen sowie im Wettbewerb mit globalen Big Tech-Plattformen" an. "Bei Filmförderung und KI darf die Regulierung nicht zu neuen Belastungen führen, im Wettbewerbs- und Medienrecht müssen bestehende Benachteiligungen privater Anbieter endlich abgebaut werden. Entscheidend ist, dass die politischen Ziele jetzt konsequent eingehalten und schnell umgesetzt werden."
Nina Gerhardt forderte eine leichte und diskriminierungsfreie Auffindbarkeit privater Radio- und Webradioangebote auf digitalen Plattformen. Zudem forderte sie, dass kommerzielle Aktivitäten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks nicht zulasten privater Anbieter ausgeweitet werden dürften. Michael Müller bezeichnete "privaten Rundfunk als Gegengewicht zu Tech-Monopolen: Echte Menschen senden für Menschen – keine Klick-Bots." Müller: "Gerade in Zeiten, in denen Algorithmen großer Plattformen zunehmend bestimmen, welche Inhalte sichtbar werden, sind unabhängige und professionell arbeitende Medien wichtiger denn je. Sie prüfen Fakten, ordnen Informationen ein und sorgen dafür, dass unterschiedliche Perspektiven Gehör finden." Auch er forderte den Abbau von "überholten Beschränkungen", um private-TV-Anbieter im Wettbewerb mit weniger regulierten Plattformen nicht zu benachteiligen.
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