Die RX France verabschiedet sich nun endgültig von dem Versuch, zusätzlich zur im Oktober wieder anstehenden MIPCOM auch im Frühjahr eine Fernsehmesse zu organisieren. Die Frühjahrs-Version hat dabei sogar eine längere Tradition, fand 61 Jahre lang als MIPTV in Cannes statt. Doch schon weit vor Corona hatte ein Bedeutungsverlust der Frühjahrsmesse eingesetzt, eingeleitet durch das Fernbleiben zunächst der großen US-Studios, denen über die Jahre immer weitere große Player folgten. Alle Versuche der Wiederbelebung und Neuausrichtung scheiterten, sodass 2024 nach 61 Jahren Schluss war.
Stattdessen versuchte RX France es mit einem Neustart in Großbritannien. Mit der MIP London wollte man an ein Event andocken, das sich über die letzten Jahre als immer stärker wirkender Fixpunkt im Kalender der Fernsehbranche herausgebildet hatte: Die London TV Screenings. Dort nehmen präsentieren mittlerweile über 35 Vertriebsfirmen und Studios ihr Line-Up - die Branche war also ohnehin bereits in der Stadt. Die MIP London fand zur gleichen Zeit im Savoy Hotel und IET London statt, schaffte es aber in ihren beiden Jahren nicht, sich eine eigenständige Existenzberechtigung neben diesen London TV Screenings zu erarbeiten.
Nach zwei Jahren zieht die Messeveranstalterin RX France daher auch hier wieder den Stecker. Ganz aufgeben will RX France den Frühjahrs-Termin zwar nicht, die nun angekündigte Ersatz-Veranstaltung hat mit einer Fernsehmesse aber nichts mehr zu tun. Unter dem Titel "MIP Talks" soll im März 2027 zwei Tage lang über die kulturellen, kreativen, technologischen und wirtschaftlichen Veränderungen gesprochen werden, die das globale Entertainment-Geschäft im Allgemeinen umtreiben. Thema der ersten Ausgabe ist "From IP to Fandom – and Fandom to Global Business".
Auch damit versucht man wieder, sich an eine bereits etablierte Veranstaltung dranzuhängen - diesmal an die London Book Fair, die eine Schwester aus dem gleichen Konzern veranstaltet. Lucy Smith, die die Entertainment-Division von RX France leitet, versucht das in einem Statement damit zu begründen, dass die Grenzen zwischen einzelnen Mediengattungen ja ohnehin verschwimmen würden.
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