Die WDR Mediagroup und Bavaria Media machen bei ihren kommerziellen Verwertungsaktivitäten für alle Film- und TV-Rechte künftig gemeinsame Sache und bringen ihre diesbezüglichen Geschäfte bei der ARD Plus GmbH rein. Konkret bringt Bavaria Media also ihr Geschäftsfeld Content Distribution und ihren Rechtestock im Rahmen bei ARD Plus ein und übernimmt in diesem Zuge auch Anteile an ARD Plus. Die WDR Mediagroup wird aber auch künftig die Mehrheit der Anteiel halten.

Die ARD Plus GmbH wird mit den Geschäftsbereichen "ARD Plus Product & Channels" und "ARD Plus Distribution" künftig dann an den Standorten Köln und München vertreten sein und auch weiterhin von Ingo Vandré geleitet. Vollzogen werden soll die Transaktion noch in diesem Jahr, die kartellrechtlichen Genehmigungen hat man bereits eingeholt.

Frank Nielebock, Geschäftsführer der WDR mediagroup GmbH, sieht damit einen "wichtigen Meilenstein für die Weiterentwicklung" von ARD Plus erreicht. "Durch die Bündelung der Vertriebsaktivitäten stärken wir die nationale und internationale Wettbewerbsfähigkeit von ARD Plus. Allen am Prozess Beteiligten möchte ich danken, insbesondere meinem ehemaligen Kollegen Michael Loeb, der diesen Prozess maßgeblich mit vorangetrieben hat."

Ingo Vandré sagt: "Für Produzenten, Rechtegeber, Plattformen und Lizenzpartner schaffen wir einen zentralen Vertriebspartner mit einem deutlich erweiterten Content- und Rechteportfolio. Gleichzeitig entwickeln wir ARD Plus konsequent weiter: Neben unserem etablierten ARD Plus Streaming-Geschäft mit OTT-Angebot, VoD- und FAST-Channels stärken wir den nationalen und internationalen Programmvertrieb als zweite zentrale Säule unseres Unternehmens und bauen künftig auch unser Engagement bei Koproduktionen aus. Unser Ziel ist es, ARD Plus als starken Partner für Streamingangebote, Distribution, Koproduktion und die internationale Vermarktung hochwertiger Programme und Formate zu etablieren."

Dr. Christian Franckenstein und Julia Reuter, Geschäftsführung der Bavaria Film GmbH, sehen den Schritt "vollständig im Einklang mit der verabschiedeten Strategie der Bavaria Film für den Content-Bereich". Sie schreiben: "Es entsteht ein Geschäft mit der notwendigen Größe und Schlagkraft, um sowohl in der Verwertung als auch in der Akquisition von Rechten und Koproduktionen ein verlässlicher und effizient aufgestellter Partner für unsere Kunden zu sein. Mit unserer Beteiligung an der ARD Plus GmbH sichern wir uns zudem eine gewichtige Gesellschafterrolle. Wir freuen uns, dass wir diesen ersten Schritt jetzt geschafft haben."

Marc Lammek, Geschäftsführer der Bavaria Media GmbH, räumt ein, dass der Schritt, die eigenständigen Verwertungsaktivitäten aufzugeben "schmerzt", sei aber eien Folge der "drastischen Marktentwicklungen" und eröffne die Chance, unter der Flagge von ARD Plus stärker im Wettbewerb aufzutreten. "Gerade in diesen disruptiven Zeiten ist es wichtig, Veränderungs- und Anpassungsfähigkeit zu besitzen. Ich bedanke mich bei allen Beteiligten, die über die letzten Monate mitgeholfen haben, dieses wichtige Teilziel zu erreichen. Mein Dank gilt dabei insbesondere allen Mitarbeitenden. Bavaria Media erhält durch diesen Schritt die Möglichkeit, sich zukünftig voll und ganz auf das Filmmusikverlagsgeschäft zu fokussieren."