Freenet hat angekündigt, den IPTV-Anbieter waipu.tv komplett zu übernehmen. Dafür hat das Unternehmen sämtliche noch ausstehenden Minderheitenanteile - rund 25 Prozent - von den Minderheitsaktionären der Exaring AG erworben, sodass Freenet auf Basis der Transaktion nun 100 Prozent der Anteile an Exaring hält. Der vereinbarte initiale Kaufpreis beläuft sich auf rund 76 Mio. Euro, was einer Unternehmensbewertung von rund 300 Millionen Euro entspricht.
Weitere Kaufpreiszahlungen seien von zukünftigen performancebezogenen Zielen abhängig und können bei sehr erfolgreicher Geschäftsentwicklung bis zu 50 Millionen Euro betragen. Freenet spricht von einer "sehr attraktiven Bewertung im Verhältnis zu den langfristigen finanziellen Perspektiven von waipu.tv". Mit dem Schritt will das Unternehmen eigenen Angaben zufolge seine Position in einem zentralen Wachstumsfeld des Konzerns stärken und seine Präsenz im dynamisch wachsenden deutschen IPTV-Markt ausbauen. Finanziert wird der Erwerb dabei vollständig aus liquiden Mitteln. Die finanzielle Flexibilität von Freenet werde dadurch außerdem "nicht wesentlich" beeinträchtigt.
Tatsächlich gilt IPTV neben dem Kerngeschäft Mobilfunk als zentraler Bestandteil der Freenet-Strategie, wo man in diesem Bereich "attraktive Wachstumschancen" durch eine steigende Kundenzahl und zusätzliche Erlöspotenziale in der programmatischen Werbung ausgemacht hat. "IPTV zählt zu den attraktivsten Wachstumsmärkten im deutschen Telekommunikations- und Mediensektor", sagte Robin Harries, CEO von Freenet. "waipu.tv hat sich in den vergangenen Jahren als eine der führenden IPTV-Plattformen Deutschlands etabliert und verfügt über hervorragende Perspektiven für weiteres profitables Wachstum. Mit der vollständigen Übernahme sichern wir uns die umfassende Partizipation an diesem Potenzial und stärken eine zentrale strategische Säule."
Besonders erfreulich sei, "dass sich eine gute Gelegenheit ergeben hat, die Anteile unerwartet günstig erwerben zu können", so Harries weiter. Auch CFO Ingo Arnold betonte in seinem Statement die "sehr attraktive Bewertung", zu der man sich die Anteile habe sichern können. Mit der vollständigen Übernahme vereinfache man zugleich die Eigentümerstruktur bei Exaring und schaffe "langfristige strategische Klarheit", sagte Arnold. Eine bislang von den Minderheitsaktionären angestrebte Börsennotierung soll damit nicht weiterverfolgt werden.
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