Die Auseinandersetzung zwischen dem Verein Klima vor acht und dem Vermarkter ARD Media gehen weiter. Vor rund zwei Wochen hatte das Unternehmen einen eingereichten Spot des Vereins und seiner Partner abgelehnt mit der Begründung, dass es sich dabei nicht um Imagewerbung handele (DWDL.de berichtete). Bei einer Pressekonferenz am Donnerstag haben die Verantwortlichen von Klima vor acht nun über das weitere Vorgehen gesprochen. 

Der Anwalt des Vereins erklärte, dass man aktuell eine Klageschrift vorbereite und damit in nächster Zeit die Entscheidung von ARD Media zur Ablehnung des Spots gerichtlich überprüfen lassen werde. Der Anwalt erklärte bei der Pressekonferenz auch, dass ARD Media den Spot auch deshalb abgelehnt haben soll, weil Klima vor acht daran beteiligt war. Dies würde die Zielsetzung des Spots verschieben, hieß es demnach. 

Ein kurzer Rückblick: Klima vor acht war vor mittlerweile sechs Jahren angetreten, um ein tägliches Klima-Format im öffentlich-rechtlichen Fernsehen zu etablieren, vorzugsweise in der Vorabendschiene "vor acht" des Ersten. Weil daraus aber nichts geworden ist, änderte man vor einiger Zeit die Strategie und sammelte Geld ein, um sich ins Programm des Senders einzukaufen. Weil der Medienstaatsvertrag aber mehr oder weniger strenge Vorgaben für Werbung macht, konnte man keine zuvor produzierte Ausgabe von "Klima vor acht" im Ersten zeigen, sondern wollte einen klassischen Werbespot umsetzen. 

Einen solchen Spot hat man nun mit der Unterstützung von verschiedenen Unternehmen produzieren lassen, zu den beteiligten Unternehmen gehören unter anderem die GLS Bank und die Energiegenossenschaft Prokon. Entstanden ist ein 35-sekündiger Werbespot, in dem man die Klimakrise in "satirisch zugespitzter Form als eine weitgehend ignorierte Bedrohung" dargestellt habe. Die Dramaturgie wird am Ende durch die Aussage "Wir schauen hin" aufgelöst, im Zuge dessen sollen auch die Logos der Unternehmen zu sehen sein.

Verein, Unternehmen und Anwalt sehen darin klassische Imagewerbung. Das Problem: Klima vor acht hat den Spot bislang nicht veröffentlicht und auch am Donnerstag bei der Pressekonferenz wurde er nicht gezeigt. So fällt es Außenstehenden schwer, sich selbst ein Bild davon zu machen, um die Frage zu beantworten, ob der Spot möglicherweise zulässig wäre oder eben nicht. Klima vor acht will den Spot demnächst zeigen und plant dazu aktuell nach eigenen Angaben eine nicht näher beschriebene "Premiere". 

"Wir wollen auf jeden Fall einen Spot haben, der konform ist mit den Werberichtlinien von ARD Media", sagte Friederike Mayer, Vorständin des Vereins Klima vor acht, am Donnerstag. Man habe den Spot daher "sehr sorgfältig" und entlang der Vorgaben konzipiert und produziert. Dass ARD Media sich querstellt und den Spot nicht senden will, sorgt für einen gewissen Verdruss beim Verein. 

"In den sechs Jahren seit unserer Gründung haben wir viele Gespräche mit Vertreterinnen und Vertretern des öffentlich-rechtlichen Rundfunks geführt. Mittlerweile müssen wir sagen, dass wir frustriert sind. Während die globalen Durchschnittstemperaturen immer weiter steigen, wird die Klimakrise von den Programmverantwortlichen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk weiterhin nicht ernst genommen", so Mayer. Man verschließe sich keinen Gesprächen, sei diesbezüglich aber ein wenig "desillusioniert", so die Vorständin. 

Spannend ist in jedem Fall auch die Frage, wie ein Imagespot für Unternehmen wie die GLS Bank und Prokon auf das eigentliche Ziel des Vereins einzahlt. Klima vor acht will ja immer noch vor allem ein tägliches Klima-Format im öffentlich-rechtlichen Programm - hier müsste man aber vor allem mit den inhaltlich Verantwortlichen sprechen, nicht mit dem Vermarkter. Friederike Mayer erklärte dazu am Donnerstag, dass man immer schon verschiedene Wege und Möglichkeiten genutzt habe, um das Thema Klima an die Öffentlichkeit zu bringen. Der Image-Spot, bei dem ja eigentlich die werbenden Unternehmen im Fokus stehen, sei ein weiterer Weg. Es gebe ein gemeinsames Interesse, nämlich mehr Aufmerksamkeit auf die Klimakrise zu lenken. Verein und Unternehmen hätten möglicherweise unterschiedliche Gründe für das Interesse, am Ende hätten jedoch alle den Wunsch, dass das Thema in der Öffentlichkeit mehr Bedeutung erhalte. 

ARD Media hatte sich Anfang Oktober, als die Ablehnung des Werbespots von Klima vor acht öffentlich wurde, nicht zur Situation äußern wollen - auch, weil der Verein schon damals rechtliche Schritte in den Raum gestellt hatte. Nun sieht es tatsächlich so aus, als würden Gerichte darüber entscheiden, ob der produzierte Spot vom Vermarkter abgelehnt werden durfte. Wie lange das dauert, ist völlig unklar. Beim Gang durch die Instanzen ist jedoch von einem Verfahren auszugehen, das sich über Jahre zieht. 

Neben dem Update zur Auseinandersetzung mit ARD Media hat Klima vor acht jetzt auch drei Folgen des gleichnamigen Magazins angekündigt. Moderiert werden diese erneut von Nina Eichinger, die erste Folge wird an diesem Donnerstag um 19:55 Uhr bei YouTube veröffentlicht. In den kommenden zwei Wochen folgt jeweils eine weitere Ausgabe von "Klima vor acht".