Eigentlich legt ProSiebenSat.1 seine Neunmonatszahlen erst am 12. November vor, am Donnerstagabend preschte man nun aber schonmal mit vorläufigen Daten vor. Und die Zahlen fallen gemischt aus: Demnach sank der Konzernumsatz zwischen Januar und September im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich um elf Prozent auf 2,244 Milliarden Euro. Ein Teil davon rührt freilich aus den Verkäufen von Unternehmensteilen, doch auch wenn man diese Portfolioveränderungen sowie auch Währungseffekte herausrechnet, ergibt sich ein organischer Umsatzrückgang von drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Und in Unterfähring erwartet man auch nicht, dass man diesen Rückstand durch einen Jahresendspurt noch wettmachen kann. War man bislang auf organischer Basis mit Blick aufs Gesamtjahr 2026 noch von einem "leichten Wachstum" des Konzernumsatzes ausgegangen, so wurde dieser Ausblick nun kassiert. Stattdessen erwarte man "aufgrund des schwierigen konjunkturellen Umfelds und der schwachen Entwicklung des TV-Werbemarkts" auch auf organischer Basis nun einen leichten Rückgang 2026 im Vergleich zu 2025. Laut ProSiebenSat.1 sei der private Konsum in Deutschland "hinter der von den Wirtschaftsforschungsinstituten erwarteten Dynamik" zurückgeblieben.
Soweit die schlechten Nachrichten, nun aus finanzieller Sicht zu den guten: Zwar sanken die Umsätze, ProSiebenSat.1 drückte die Kosten aber noch deutlich stärker. Das führte dazu, dass das EBITDA im Neunmonatszeitraum von 159 auf 198 Millionen Euro anstieg und auch auf EBIT-Basis nun wieder schwarze Zahlen verzeichnet wurden. 67 Millionen Euro Plus statt einem dreistelligen Millionen-Betrag in den Miesen wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres.
Die Programmaufwendungen gibt ProSiebenSat.1 nun für die ersten neun Monate des Jahres nur noch mit 588 Millionen Euro an - 126 Millionen Euro weniger als im Vorjahr. Zwar gab der Konzern auch tatsächlich weniger für sein Programm aus, ein großer Teil dieses Rückgangs ist allerdings auf eine veränderte Abschreibungsmethode zurückzuführen, ist also eher bilanzieller Natur. So schreibt ProSiebenSat.1 wesentliche Teile seiner Lizenzrechte seit Beginn des Jahres linear über die jeweilige Lizenzlaufzeit ab.
Zudem reflektierte der Rückgang in den Programmaufwendungen "den konsequenten Fokus, Programminhalte plattformübergreifend effizient zu nutzen und zu verwerten – vor allem im Kontext der großen Sportevents wie den Olympischen Winterspielen und der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft", wie es der Konzern selbst formuliert: Auf gut Deutsch: Während der Sport-Events hat man noch großflächiger als sonst Wiederholungen gezeigt und sich damit Geld für neue Produktionen gespart. Auch Effekte aus dem letztjährigen Restrukturierungsprogramm hätten zum Ergebnisanstieg beigetragen.
Beim Bestreben, die Kosten zu senken, kommt ProSiebenSat.1 offenbar sogar schneller voran als erwartet: Obwohl beim Ausblick fürs Gesamtjahr die Umsatzerwartungen wie erwähnt gesenkt wurden, behält man die Prognose in allen anderen wichtigen Belangen bei. Das EBITDA soll also trotzdem weiterhin auch aufs Gesamtjahr gesehen im Vergleich zu 2025 deutlich steigen. Finanzvorstand Bob Rajan sagt: "Wir haben unsere Profitabilität deutlich gesteigert, den Verschuldungsgrad im Zielkorridor gehalten und sind auf Kurs, unseren Ausblick für das EBITDA-Wachstum 2026 zu erfüllen. Dies beweist, dass unsere Kostenmaßnahmen wirken. Gleichzeitig bleibt das Marktumfeld herausfordernd und belastet unsere Umsatzentwicklung. Daher konzentrieren wir uns konsequent auf die Faktoren, die wir selbst steuern können. Mit einer nachhaltig schlanken Kostenbasis und konsequentem Cash-Management schaffen wir die Voraussetzungen für weiteres profitables Wachstum."
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