Die Entlohnung der Führungskräfte der Öffentlich-Rechtlichen ist seit Jahren ein beliebtes Aufregerthema, die Zahlen stehen daher stets unter besonderer Beobachtung. Ein Geheimnis macht die ARD dabei nicht darum: Schon seit Jahren wird alljährlich offengelegt, wieviel die Intendantinnen und Intendanten im Vorjahr ausgezahlt bekamen. Am Montag hat die ARD nun die Angaben für das Jahr 2025 aktualisiert. Generell lässt sich feststellen: Wenn neue Intendantinnen und Intendanten ins Amt kamen, dann fielen die Bezüge niedriger aus. Für all diejenigen, die im Amt verblieben, änderte sich wenig.

Weil der bisherige Top-Verdiener Tom Buhrow Ende 2024 aus dem Amt ausschied, gibt es nun aber einen Wechsel an der Spitze des Gehalts-Rankings: Bestbezahlter ARD-Intendant 2025 war Kai Gniffke, der beim SWR wie auch schon im Jahr zuvor ein Grundgehalt von 392.530 Euro ausgezahlt bekam. Inklusive Aufwandsentschädigung und Sachbezügen waren es 400.589 Euro, geringfügig weniger als im Jahr zuvor. 

Katrin Vernau kommt den Angaben zufolge auf Jahresbezüge von 348.000 Euro, inklusive Sachbezügen waren es 359.500 Euro. Unter "Sachbezüge" versteht man beispielsweise den geldwerten Vorteil des privat zu versteuernden Dienstwagens oder der Bahncard sowie sonstige geldwerte Vorteile im Sinne der steuerlichen Richtlinien. Zum Vergleich Tom Buhrow erhielt in seinem letzten Amtsjahr in Summe 453.500 Euro, der WDR spart sich durch den Intendantenwechsel also fast 100.000 Euro an Gehalt.

  Name Jahresbezüge inkl. Sachbez. 
+ Aufwandsent.
SWR Kai Gniffke 392.530 400.589
NDR Joachim Knuth (bis 8/25)
Hendrik Lünenborg (ab 9/25)
248.636
102.000
258.836
102.625
WDR Katrin Vernau 348.000 359.500
BR Katja Wildermuth 340.267 348.074
MDR Ralf Ludwig 280.750 294.015
RB Yvette Gerner 289.000 294.001
DW Peter Limbourg (bis 9/25)
Barbara Massing (ab 10/25)
217.500
63.750
223.748
64.811
HR Florian Hager 255.000 267.171
SR Martin Grasmück 245.000 246.801
RBB Ulrike Demmer 220.000 233.925

Quelle: https://www.ard.de/die-ard/organisation-der-ard/gehaelter-und-verguetungen-in-der-ard-100.html // Für das Ranking haben wir bei unterjährigem Wechsel die beiden Werte addiert

BR-Kollegin Katja Wildermuth erhielt Jahresbezüge von 340.267 Euro, inklusive Sachbezügen waren es 348.074 Euro. Beim NDR hat es einen unterjährigen Wechsel gegeben. Während Joachim Knuth für die ersten acht Monaten des Jahres inklusive Sachbezügen und Aufwandsentschädigung 258.836 Euro erhielt, lag die Gesamt-Vergütung von Hendrik Lünenborg für die letzten vier Monate des Jahres bei 102.625 Euro. Auch hier gilt also: Der Nachfolger erhält weniger als der Vorgänger.

Das Mittelfeld bilden aus Einkommens-Sicht Ralf Ludwig (MDR, 294.015 Euro), Yvette Gerner (Radio Bremen, 294.001 Euro), jeweils inklusive Sachbezügen und Aufwandsentschädigungen. Der amtierende ARD-Vorsitzende Florian Hager vom HR lag mit Jaresbezügen von 255.00 Euro, inklusive Sachbezügen und Aufwandsentschädigungen 267.171 im hinteren Feld. Am wenigsten Geld erhielten Ulrike Demmer vom RBB (insgesamt 233.925 Euro) und Martin Grasmück vom SR (insgesamt 246.801 Euro). Bei der rein steuerfinanzierten Deutschen Welle gab es einen Wechsel zum 1. Oktober. In den ersten neun Monaten des Jahres erhielt Peter Limbourg alles in allem 223.748 Euro, Barbara Massing für die letzten drei Monate dann noch 64.811 Euro.

Öffentlich ist auch, wieviel Christine Strobl als ARD-Programmdirektorin verdient. Ihre jährliche Vergütung liegt höher als bei vielen Intendantinnen und Intendanten. Die Grundbezüge belaufen sich auf unveränderte 284.827, inklusive Aufwandsentschädigungen und Sachbezügen waren es 304.530 Euro.