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Paid Content-Vorstoß

Zur Kasse bitte: Döpfner will Geld für Bild Mobil

von Uwe Mantel
14.08.2009 - 11:46 Uhr

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Springer-Chef Matthias Döpfner sieht es geradezu als seine "heilige Verantwortung" an, auch Paid Content-Modelle auszuprobieren. Weil die im Web bislang fast immer gescheitert sind, will er bald von den Smartphone-Nutzern Geld für Bild Mobile und Co. kassieren.

Mathias DöpfnerDer Springer Vorstands-Vorsitzende Matthias Döpfner geriert sich derzeit öffentlich als Vorkämpfer für Paid Content. Weil im Internet Bezahl-Modelle für journalistische Inhalte - zumindest in der Form wie Angebote wie Bild.de oder Welt.de sie bieten - beinahe ausnahmslos gescheitert sind, sollen nun diejenigen, die die Angebote mobil nutzen, zur Kasse gebeten werden.

"Sämtliche Inhalte auf Smartphones werden wir auf Dauer gegen Gebühr anbieten", so Döpfner in einem Interview mit der "FAZ". Derzeit entwickle man Apps für das iPhone, über die man Welt Mobil, Bild Mobil oder Computer Bild komfortabel nutzen können soll, für das Abonnement aber Geld bezahlt. Döpfner ist sich sicher: "Die Zahlungsbereitschaft ist gerade bei Mobilfunkkunden, insbesondere bei Besitzern des iPhones groß." Und: "Die Leser haben über Jahrhunderte bewiesen, dass sie bereit sind, für wirklich attraktive Inhalte Geld zu bezahlen. (...) Warum soll das in der digitalen Welt plötzlich anders sein?"

Allerdings gibt auch Döpfner die entscheidende Frage zu bedenken: "Bevor man über Bezahlmodelle nachdenkt, muss man beantworten, warum der angebotene Journalismus attraktiv, unverwechselbar und unverzichtbar ist". Ob da die Überarbeitung der mobilen Angebote in den letzten Wochen und eine "kreativere, exklusivere und individuellere" Aufbereitung als heute ausreicht, erscheint fraglich. Döpfner hält es dennoch für seine "heilige Verantwortung, alles zu versuchen, um eine Wirtschaftsgrundlage für die digitale Welt zu schaffen." Zwar könne man damit auch scheitern, doch es wäre fahrlässig, es nicht zumindest zu versuchen.

Nicht nur im Mobil-Bereich will Döpfner Geld von seinen Lesern kassieren, auch bei den Regionalzeitungen sieht er Potential. Springer arbeite derzeit an einem "Freemium-Modell", nachdem die allgemeinen Nachrichten, die es auch auf allen anderen News-Portalen im Web gibt, zwar weiter gratis angeboten werden, andere Inhalte sollen hingegen extra kosten. "Wer etwa die Exklusivgeschichte aus der Stadtverordnetensitzung lesen möchte, das Archiv oder den Staumelder nutzen will, muss zahlen."

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