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Schaden hielt sich in Grenzen

Kabelbrand bei ProSiebenSat.1 sorgte für TV-Chaos

von Thomas Lückerath
24.08.2011 - 00:14 Uhr

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Ein Horrorszenario für Fernsehmacher: Es geht kein oder ein nicht steuerbares Signal raus aus dem Sendezentrum. Das passierte ProSiebenSat.1 am Dienstagabend. Ein Kabelbrand hatte das zwischenzeitliche Chaos im TV-Konzern ausgelöst.

Gerade als ProSieben am Dienstagabend um 22.15 Uhr mit "Die Alm" auf Sendung gegangen war, kam die Hiobsbotschaft aus Unterföhring an die Produktion der Realityshow in Südtirol. Es gebe technische Probleme in Unterföhring, der Heimat der ProSiebenSat.1 Media AG im Münchener Norden. Ohne Details zu nennen, gab es nach DWDL.de-Informationen nur eine Anweisung an die Crew rund um die Alm: Einfach durchsenden. Die so fehlende Werbepause irritierte bereits den ein oder anderen Zuschauer, doch nach Ende der geplanten "Die Alm"-Folge war die Panne offensichtlich: Weil aus Unterföhring offenbar noch immer kein Sendesignal raus ging, wurde vorerst das in Südtirol vorliegende Material - die gerade erst beendete Folge von "Die Alm" - einfach noch einmal wiederholt.

Zunächst war unklar, was genau vorgefallen war in Unterföhring. Neben den Pannen beim TV-Signal waren jedoch auch die Server des TV-Konzerns betroffen. Nach Aussage mehrerer ProSiebenSat.1-Mitarbeite war seit 22 Uhr  auch der eMail-Verkehr betroffen. Doch zurück zum TV-Signal: Erst als die "Alm" bereits etwa 15 Minuten lang wiederholt wurde, um kurz nach 23.30 Uhr, wechselte ProSieben plötzlich wieder auf das eigentlich geplante Programm - eine Wiederholung der Comedysendung "Witzig ist witzig". Doch damit war die technische Panne in Unterföhring noch nicht unter Kontrolle.

Sowohl bei ProSieben wie auch beim Schwestersender Sat.1 waren noch mindestens bis nach Mitternacht falsche Einblendungen auf Sendung, etwa das Logo der "Alm" bei ProSieben oder das "Ran"-Logo neben dem Sat.1-Ball während die "Akte" lief und das ebenfalls ohne Werbeunterbrechungen. Dem Sendezentrum von ProSiebenSat.1 fehlte der vollständige Zugriff auf die Sendesignale. Auch Angebote wie der Teletext sind seit 22 Uhr nicht aktualisiert. Um Mitternacht wurde der ganze Vorfall dann noch einmal kurioser: Bei Sat.1 startete plötzlich noch einmal die Champions League PlayOff-Partie des FC Bayern München neu.

Ein Laufband informierte dann wenig später - allerdings nur bei Sat.1 - in Kürze über Probleme: "Aufgrund technischer Störungen kommt es zu vorrübergehenden Programmänderungen". Spätestens jetzt, wo es einem Sender offenbar gelingt ein solches Laufband, aber nicht sein Programm zu händeln, war klar: So eine Sendepanne hat das deutsche Fernsehen seit Jahren nicht erlebt. Gegen 1 Uhr nachts kam dann die offizielle Bestätigung vom TV-Konzern: Ein Kabelbrand hat das Chaos in der Sendergruppe ausgelöst. Wie groß der entstandene Schaden ist, blieb zunächst unklar.

Der Bayerische Rundfunk informierte ebenfalls noch in der Nacht in seinem Teletext über den Brand bei ProSiebenSat.1 in Unterföhring. Laut Feuerwehr des Landkreises München sind mehrere Löschfahrzeuge und Sonderfahrzeuge zur Medienallee ausgerückt. Personen kamen bei dem Brand demnach nicht zu Schaden. Über die Höhe des Sachschadens wurden zunächst keine Angaben gemacht. Um 1.30 Uhr sendeten Sat.1 und ProSieben immer noch nicht fehlerfrei. Bis zum Mittwochmorgen war der Fehler behoben. Einzelne Angebote wie die Teletexte wiesen jedoch immer noch keine aktuellen Informationen vor.

Am Vormittag informierte die ProSiebenSat.1 Media AG in einer kurzen Mitteilung über den Vorfall: "Am Dienstagabend kam es im Sendezentrum der ProSiebenSat.1 AG in Unterföhring zu einem Kabelbrand. Menschen wurden nicht verletzt. Dank eines umfangreichen Notfallsystems und der schnellen Reaktion des Personals vor Ort hatte der Brand nur minimale Auswirkungen auf das laufende Programm. Die Sendesicherheit von SAT.1, ProSieben, kabel eins, sixx und der digitalen Kanäle ist gewährleistet. Alle Programme laufen normal." Den Schaden jedoch wird ProSiebenSat.1 noch wochenlang spüren. Nach Feuerwehr-Angaben wurden durch den Kabelbrand auch Wasserleitungen beschädigt, die einen zusätzlichen Wasserschaden verursachten.

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