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Ungewisse Zukunft

ESPN-Sendern droht auch in Deutschland das Aus

von Alexander Krei
25.02.2013 - 16:13 Uhr

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Der Verlust der Rechte an der Premier League hat bittere Auswirkungen für ESPN. Nun hat der britische Telekom-Konzern BT nämlich die britischen ESPN-Sender übernommen. Gefährdet ist zudem die Zukunft von ESPN America - auch bei uns.

Bewegung auf dem britischen Fernsehmarkt: Nachdem der Sportsender ESPN in Großbritannien die Rechte an der Premier League an BT verloren hat, hat der  britische Telekommunikationskonzern nun die britischen ESPN-Sender gekauft. Ganz nebenbei sicherte sich BT durch den Deal wertvolle Übertragungsrechte, darunter den FA-Cup, die schottischen Premier League, aber auch die Europa League und die deutschen Fußball-Bundesliga. Die Übernahme ist für den 31. Juli 2013 geplant. Ab diesem Zeitpunkt soll ein ESPN-Sender von BT fortgeführt werden.

Aufgrund des Verlusts der Premier-League-Rechte war bereits seit einiger Zeit über die künftige Existenz von ESPN in Großbritannien spekuliert worden. Der ESPN-Eigentümer Disney selbst bestätigte kürzlich bereits, eine Einstellung von ESPN in Erwägung ziehen zu wollen. Nun gibt es also Gewissheit - und für BT noch zusätzliche Rechte von US-Sportarten wie etwa vom NCAA College Basketball, NCAA College Football und der Nascar-Rennserie. Zuvor hatte sich BT bereits die Rechte an zahlreichen Rugby-Spielen und Tennis-Übertragung gesichert. Gesendet werden soll fortan aus dem Queen Elizabeth Park in Stratford.

Unklar ist die Zukunft von ESPN indes auf dem deutschen Markt, wo das Programm von ESPN America ebenfalls verbreitet wird. "Unabhängig von der Vereinbarung mit BT denkt ESPN darüber nach, den Sender ESPN Classic in der gesamten EMEA-Region sowie ESPN America außerhalb Großbritannien zu schließen", sagte ein britischer ESPN-Sprecher am Montag gegenüber dem Medienmagazin DWDL.de. Derzeit prüfe man entsprechende Möglichkeiten. Noch sei der Prozess allerdings nicht abgeschlossen. Will heißen: Auf dem europäischen Markt droht den Sendern ESPN Classic und ESPN America das Aus. Auch die britische Tageszeitung "The Guardian" spekuliert bereits über ein Ende, das in Deutschland vor allem Fans amerikanischer Sportarten hart träfe. Wann mit einer Entscheidung zu rechnen ist, ist derzeit noch unklar.

Erst vor wenigen Wochen traf Disney in Großbritannien eine überraschende Entscheidung. Der Spielfilmkanal Disney Cinemagic, der im Jahr 2007 auf Toon Disney folgte, wird demnach bereits Ende März seinen Sendebetrieb in Großbritannien einstellen. Darüber informiert Sky derzeit seine Kunden und unterbreitet jenen Kunden, die den Sender einzeln und nicht über das Spielfilmpaket abonniert haben, Sonderangebote. Am 28. März bleibt der Bildschirm dann schwarz. In Deutschland, so bestätigte Disney auf DWDL.de-Nachfrage, ist eine Einstellung von Disney Cinemagic übrigens nicht geplant. In Großbritannien tritt anstelle von Disney Cinemagic der Sender Sky Movies Disney.

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