Dirk Bach Comedypreis © Viktor Vahlefeld / Volker Glasow
Ehrung für „Ich bin ein Star, holt mich hier raus“

Posthum erhält Dirk Bach am Grab seinen Comedypreis

von Thomas Lückerath
18.06.2014 - 08:53 Uhr

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Was lange währt, wird endlich gut. Am Grab des verstorbenen Kölner Schauspielers und Komikers wurde am Dienstagabend die Trophäe des Deutschen Comedypreises installiert, den Sonja Zietlow im Oktober 2013 „ohne Dicki“ nicht annehmen wollte.

Was sicher als ehrlich gemeinte Ehrung gedacht war, kam zum unglücklichen Zeitpunkt: Bei der Verleihung des Deutschen Comedypreises 2013 wurden Sonja Zietlow und Daniel Hartwich im vergangenen Oktober für ihre Moderation der RTL-Sendung „Ich bin ein Star, holt mich hier raus“ ausgezeichnet. Doch annehmen wollten die beiden Moderatoren den Preis nicht. Nicht persönlich anwesend, ließen sich Zietlow und Hartwich per Videobotschaft zuschalten und äußerten ihr Unbehagen über die Ehrung. Zietlow sagte in Gedenken an ihren ein Jahr zuvor verstorbenen Co-Moderator und Freund Dirk Bach: „Ich kann diesen Preis nicht annehmen, im ersten Jahr nach meinem Dicki.“ Die Ablehnung der Auszeichnung schlug in der Presse hohe Wellen. Letztlich nahmen Zietlow und Hartwich die Auszeichnung stellvertretend für die Leistung des Teams von „Ich bin ein Star, holt mich hier raus“ (produziert von ITV Studios Germany) doch an, aber behalten wollte Sonja Zietlow die Trophäe nicht.

Dirk Bach Comedypreis
© Viktor Vahlefeld / Volker Glasow

Der Enthüllung des Geheimnisses, was nun mit der Comedypreis-Trophäe passieren soll, kamen Fans des von Dirk Bach und Bernd von Fehrn ersonnenen Kölner Charity-Konzerts „Cover me“ zugunsten der Kölner AIDS-Hilfe näher. Einen Monat nach der Verleihung des Deutschen Comedypreises erinnerten Prominente wie Barbara Schöneberger, Pe Werner, Gitte Haenning, Maren Kroymann, Georg Uecker, Hella von Sinnen, Gayle Tufts und viele andere mehr im Rahmen einer Sonderausgabe der Konzertreihe („Fest für Dirk“) an ihren Kollegen, Wegbegleiter und Freund Dirk Bach. Die mehr als 1000 Zuschauer erlebten auch den Auftritt von Sonja Zietlow, die den ihr überreichten Comedypreis mitbrachte und auf der Bühne mit rosafarbener Lackfarbe ansprühte. „Hiermit verleihe ich den ersten Pink Comedy Preis fürs Lebenswerk an Dirk Bach“, verkündete Zietlow und überreichte ihn an „Cover me“-Organisator Bernd von Fehrn mit der Bitte, den Preis zu verwahren, für den guten Zweck nutzbar zu machen oder ihn „so zu platzieren, wo auch jeder sieht, dass es Dickis Preis ist“.

Dirk Bach Comedypreis
© Viktor Vahlefeld / Volker Glasow
„Und genau das konnte jetzt geschehen“, erklärt Bernd von Fehrn im Gespräch mit dem Medienmagazin DWDL.de. Zusammen mit Vertretern der Stadt Köln und der Friedhofsverwaltung Köln-Melaten stellte er die Weichen dafür, dass der Comedypreis für die Moderation der RTL-Sendung „Ich bin ein Star, holt mich hier raus“ am Ende doch noch den Weg zu Dirk Bach fand. Am frühen Dienstagabend wurde die Trophäe an Bachs Grab angebracht: „Für alle und jeden sichtbar, in dank Sonjas leuchtendem Dirk-Pink als posthume Ehrung seines unermesslichen komischen Talents“, sagt von Fehrn. Während die lange Reise der Trophäe damit ein Ende findet, bleibt die Zukunft der 2002 von Dirk Bach und Bernd von Fehrn ins Leben gerufenen und zum Kult gereiften Benefiz-Konzertreihe „Cover me“ zu Gunsten der „Lebenshaus Stiftung“ der Kölner AIDS-Hilfe leider ungewiss. Die Kölner AIDS-Hilfe sieht sich außer Stande, die Veranstaltungsreihe fortzuführen, für die zahllose Prominente unentgeltlich und für den guten Zweck auf der Bühne standen.

Langjährige „Cover me“-Künstler wie Pe Werner, Juliette Schoppmann, Gerrit Winter, Margarethe Schreinemakers, Mirko Rum und Bernd von Fehrn wollen das überraschende Aus der von Dirk Bach erdachten und jahrelang geprägten Veranstaltung verhindern. „Diese sehr unerwartete Entscheidung ist ein Schock und trifft uns hart“, so Bernd von Fehrn stellvertretend für das engagierte Team, das nun alle Möglichkeiten prüfe, den Fortbestand des Konzerts zu sichern – auch ohne die Kölner AIDS-Hilfe als Veranstalter. „Uns ist klar, dass wir das nicht alleine stemmen können. Aber wir hoffen darauf, einen neuen Veranstalter zu finden. Oder andere engagierte Menschen, die uns dabei helfen, Dirks großartige Charityidee – und damit ihn selbst – für alle am Leben zu erhalten. Damit wir auch weiterhin in seinem Sinne feiernd helfen können“, erklärt von Fehrn, hauptberuflich Creative Director beim von Warner Bros. übernommenen Produktionshaus Eyeworks Germany, gegenüber dem Medienmagazin DWDL.de. Das Fernsehen spielt für ihn bei dieser Herzensangelegenheit allerdings nur die zweite Geige.

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