RTLplus / Jan Peter Lacher © RTL
"Familienduell" und "Jeopardy" werden neu aufgelegt

Neuer Sender: RTLplus will die Best Ager erreichen

von Thomas Lückerath
16.03.2016 - 20:00 Uhr

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RTL holt sich mit seiner Vergangenheit selbst ein: Am 4. Juni startet der frei empfangbare Fernsehsender RTLplus. Im Gespräch mit dem Medienmagazin DWDL.de verrät Senderchef Jan Peter Lacher erste Details zum geplanten Programm.

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Neue Gründerzeit bei den deutschen TV-Konzernen: Nach der Ankündigung des Kindersenders Toggo plus für Juni und den Absichten der ProSiebenSat.1 TV Deutschland noch 2016 einen Doku-Sender zu starten, zieht die Mediengruppe RTL Deutschland noch einen Trumpf aus dem Ärmel: Mit RTLplus bringen die Kölner einen neuen Sender unter altbekanntem Namen on air. Ab dem 4. Juni will man die Zielgruppe ins Visier nehmen, die ProSiebenSat.1 schon seit einigen Jahren mit Sat.1 Gold bedient: Die sogenannten Best Ager.

„In einer zunehmend fragmentierten Senderlandschaft einen neuen Free-TV-Sender zu starten macht dann Sinn, wenn er eine klar definierte Zielgruppe erreichen kann. Was uns zuletzt 2012 mit RTL Nitro für das männliche Publikum gelungen ist, ergänzen wir nun um RTLplus für ein vorwiegend weibliches Publikum. Der Fokus auf beliebte RTL-Eigenproduktionen kennzeichnet RTLplus von Anfang an klar als Mitglied unserer erfolgreichen Senderfamilie. Damit folgen wir unserer Gruppenstrategie, in einer sich weiter fragmentierenden Senderlandschaft verstärkt auf eigene Inhalte zu setzen, die uns unverwechselbar machen“, erklärt Anke Schäferkordt, Geschäftsführerin der Mediengruppe RTL Deutschland und Co-CEO der RTL Group.

Die Leitung des Senders übernimmt Jan Peter Lacher. Der 39-Jährige wird die neue Aufgabe neben seiner Tätigkeit als Bereichsleiter Programmplanung RTL wahrnehmen und in beiden Funktionen an RTL-Programmgeschäftsführer Frank Hoffmann berichten. Im Gespräch mit dem Medienmagazin DWDL.de lüftet Lacher die ersten Geheimnisse rund um den neuen Kanal mit altem Namen: „Die von uns ins Auge gefasste Zielgruppe sind Frauen über 45; eine Zielgruppe mit einer außerordentlich hohen Sehdauer. Im vergangenen Jahr kam diese Zielgruppe im Schnitt auf 298 Minuten am Tag. Verglichen mit durchschnittlich 203 Minuten bei den 14- bis 59-jährigen Männern und Frauen zeigt sich, wie sehr sich diese Zielgruppe im TV zuhause fühlt.“

"Das Tagesprogramm wird für langjährige RTL-Zuschauer ein Déjà-vu-Erlebnis"

Lacher weiter: „Hier ist und bleibt das Fernsehen ohne Zweifel Leitmedium. Und die Gesichter, Marken und Programme von RTL haben ihr Leben begleitet. Aus Vermarktungssicht soll der Sender in einer Zielgruppe, die wir heute schon gut erreichen, ein sehr effizientes Zusatzangebot bieten. Bei RTL decken wir mit der hohen Reichweite natürlich Zuschauer aller Altersklassen ab. Das breite Spektrum macht RTL für die meisten Werbekunden besonders interessant. Mit RTLplus bieten wir aber ein Umfeld, dass sich ganz gezielt an die wachsende Gruppe der Best Ager wendet.“ Verbreitet wird der Sender zum Start zunächst digital via Satellit und über die App TV Now. Das digitale Kabelnetz soll folgen.

RTLplus
© RTLplus

Das Logo des neuen Senders RTLplus

Doch was wird es ab dem 4. Juni eigentlich ganz konkret zu sehen geben? „Das Tagesprogramm wird für langjährige RTL-Zuschauer ein Déjà-vu-Erlebnis“, kündigt Lacher an. „Am Vormittag gibt es ein Wiedersehen mit Dokusoaps wie ‚Mein Baby‘, ‚Meine Hochzeit‘ oder ‚Unsere erste gemeinsame Wohnung‘. Danach folgt ein längerer Programmblock mit den RTL-Gerichtssendungen, also ‚Das Jugendgericht‘, ‚Das Strafgericht‘ und ‚Das Familiengericht‘. Und dann folgen am Vorabend als konsequente Alternative unsere neu produzierten Gameshows. Zum jetzigen Zeitpunkt kann ich schon unsere ersten beiden Gameshows verraten: ‚Familienduell‘ von UFA Show+Factual und ‚Jeopardy‘ aus dem Hause Sony. Aber wir arbeiten bereits an weiteren Gameshow-Klassikern.“ Die Moderationen der beiden Formate sind noch nicht geklärt.

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