Wenige Monate im Amt, muss sich die neue RBB-Intendantin Patricia Schlesinger schon eine neue Programmdirektorin suchen. Claudia Nothelle hat nämlich angekündigt, den Sender auf eigenen Wunsch zum Jahresende verlassen zu wollen. "Der RBB ist heute ein sehr gut aufgestellter multimedialer Sender. Dieser lange Prozess war eine große Herausforderung innerhalb der ARD, und ich bin froh, dass ich ihn zusammen mit den Kolleginnen und Kollegen im RBB erfolgreich voranbringen konnte", sagte Nothelle. "Diese wertvollen Erfahrungen kann ich nun an anderer Stelle einbringen."

Zur Wahrheit gehört aber auch, dass das RBB Fernsehen mit Blick auf die Quoten seit geraumer Zeit als Schlusslicht unter den Dritten Programmen rangiert. Dennoch sieht sie den Sender auf einem guten Weg: Mit dem neuen Programmschema habe man gerade "einen wichtigen Veränderungsprozess auf den Weg gebracht", sagte die scheidende Programmdirektorin. "Ich hatte Intendantin Patricia Schlesinger nach ihrer Wahl über meine Zukunftspläne informiert und ihr zugleich angeboten, die anstehenden Reformen mit auf den Weg zu bringen. Das ist nun erfolgreich geschehen, darüber bin ich froh. Jetzt nutze ich die Möglichkeit, mich neu zu orientieren."

Schlesinger sagte, sie respektiere und bedauere die Entscheidung. "Claudia Nothelle hat als erste für Fernsehen, Radio und Internet insgesamt zuständige Programmdirektorin eines ARD-Hauses mit Vollprogramm nicht nur im RBB, sondern auch im Senderverbund Neuland betreten und seitdem überzeugend gezeigt, wie medienübergreifendes Arbeiten gelingen kann", erklärte die Intendantin. "Gemeinsam mit ihren Redaktionen und Programmbereichen setzte Claudia Nothelle hier Maßstäbe. Sie hat mit Kreativität und Kompetenz großartige öffentlich-rechtliche Angebote für alle Ausspielwege ermöglicht."

Claudia Nothelle stammt aus Unna/Westfalen und wuchs in Köln auf. Von 1992 bis 2006 arbeitete sie im Fernsehen des Mitteldeutschen Rundfunks, der sie zwischen 2003 uns 2006 als Korrespondentin ins ARD-Hauptstadtstudio in Berlin entsandte. Nach ihrem Abschied begann sie ihre Arbeit beim RBB als Chefredakteurin des Fernsehens. Vor über sieben Jahren übernahm sie schließlich die neu strukturierte multimediale Programmdirektion des RBB.