Sports-Update vom 28. Oktober

ZDF will Champions halten, 6 Mio. bei Vettel-Triumph

von Alexander Krei
28.10.2013 - 11:28 Uhr

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Das ZDF bietet erneut für die Champions League mit, muss aber wohl nicht mit allzu harter Konkurrenz rechnen. Vettels Formel-1-Triumph sahen indes sechs Millionen Fans. Für Sky gab's zudem am Samstag einen neuen Liga-Rekord.

  • Foto: UEFA
    © UEFA
    Die Investition in die Champions League war für das ZDF aus Quotensicht ein voller Erfolg. Kein Wunder also, dass der Mainzer Sender auch für die kommende Rechteperiode wieder mitbieten wird. Der Ausschreibungsprozess für die Rechte ab der Saison 2015/16 hat nun jedenfalls begonnen. "Das ZDF ist weiterhin an den Champions-League-Rechten interessiert und wird für die kommende Rechteperiode ein Angebot abgeben", bestätigte ZDF-Sportchef Dieter Gruschwitz gegenüber "Sponsors". Die Chancen, erneut den Zuschlag zu bekommen, stehen nicht schlecht. Bei ProSiebenSat.1 TV Deutschland passt die Champions League offenkundig jedenfalls nicht mehr in die Strategie: "Die Denke 'Sport kostet Geld und man muss sich diesen eben einfach leisten wollen' können wir uns nicht erlauben. Rechte müssen refinanzierbar sein", ließ Geschäftsführer Zeljko Karajica kürzlich mitteilen. Bei RTL ist man nach dem erworbenen Länderspiel-Paket ohnehin nicht an der Champions League interessiert.
  • ZDF-Fußballstrand
    © ZDF/Sascha Baumann
    Bei der Fußball-Weltmeisterschaft im kommenden Jahr wird sich das ZDF dagegen eine aufwendige Heimatbühne sparen. Der "Spiegel" zitiert aus einem Papier des Fernsehrates, wonach als Grund die "kostenbewusste Umsetzung von Programm" genannt wird. Im vergangenen Jahr hatte das ZDF bei der Fußball-EM live aus Usedom gesendet und sich damit reichlich Hohn und Spott eingehandelt. Auch in Jahren zuvor suchte sich der Sender bereits mehrfach ungewöhnliche Orte für seine Übertragungen: Bei der WM 2006 ging man etwa im Berliner Sony-Center auf Sendung. Neu ist die "Spiegel"-Meldung nun aber nicht: ZDF-Chefredakteur Peter Frey hatte bereits angekündigt, die Zusammenarbeit mit der ARD bei Sport-Großereignissen intensivieren zu wollen. "Eigene Locations wie in Usedom zur Fußball-EM werden wir uns auf absehbare Zeit nicht leisten können", so Frey im September in der "taz" (DWDL.de berichtete).
  • BSkyB
    © BSkyB
    Der britische Pay-TV-Anbieter BSkyB ist neue Wege gegangen und hat in der vergangenen Woche erstmals Clips der Champions League auf Twitter verbreiten lassen. Highlight-Clips wurden dabei fast in Echtzeit gepostet - hinter der Aktion steht natürlich nicht zuletzt die Absicht, neue Kunden für das Bezahlangebot zu begeistern. "Die Initiative gewährleistet, dass wir die Ersten sind und die Diskussionen in den sozialen Netzwerken bei uns stattfinden", erklärte ein Sky-Verantwortlicher. Positiver Nebeneffekt für BSkyB: Durch die ungewöhnliche Verbreitung der Clips soll es gelingen, die Verbreitung illegaler Videos einzudämmen.
  • Geldscheine
    © Chobe / photocase.com
    Die Verantwortlichen der österreichischen Bundesliga, die auf den zungenbrecherischen Namen tipp3-Bundesliga powered by T-Mobile hört, haben derweil mit ganz anderen Sorgen zu kämpfen. Einem Bericht der Tageszeitung "Österreich" zufolge verfolgen beide Werbepartner die Absicht, ihre im Sommer kommenden Jahres auslaufenden Verträge nicht zu verlängern. Damit könnte es der Bundesliga ähnlich ergehen wie der "Ersten Liga", bei der es sich kurioserweise um die zweithöchste Spielklasse im österreichischen Fußball handelt. Die Erste Liga, die offiziell "Heute für Morgen" Erste Liga heißt, steht nämlich bereits seit der Saison 2010/11 ohne Sponsor da.

Sport in Zahlen

  • Formel 1
    © RTL / Lukas Gorys
    Beim Großen Preis von Indien hat Sebastian Vettel am Sonntag seinen vierten Formel-1-Weltmeistertitel eingefahren. 5,60 Millionen Zuschauer verfolgten im Schnitt die Live-Übertragung am Vormittag bei RTL - das waren sogar ein paar weniger als ein Jahr zuvor beim Indien-Rennen. Zufrieden sein kann man aber natürlich trotzdem, denn der Marktanteil lag bei starken 37,9 Prozent. Bei den 14- bis 49-Jährigen sah es mit 33,6 Prozent etwas schlechter ais. Sky erreichte mit seiner Übertragung aus Indien unterdessen im Schnitt 410.000 Zuschauer sowie sehr gute 3,9 Prozent Marktanteil in der Zielgruppe. Der positive Trend setzt sich damit fort: 2012 hatte der Große Preis von Indien nur 1,6 Prozent Marktanteil bei insgesamt 330.000 Zuschauern erzielt. Vom Vorjahres-Rekord blieb die Formel 1 diesmal deutlich entfernt: Damals hatte es Vettel aber auch deutlich spannender gemacht und mit seiner WM-Fahrt am Ende der Saison alleine bei RTL im Schnitt 10,62 Millionen Zuschauer vor den Fernseher gelockt.
  • Bundesliga
    © DFL
    Einen neuen Rekord gab's am Samstag für die Bundesliga bei Sky: 1,52 Millionen Zuschauer entschieden sich nachmittags für die Einzelspiele oder die Konferenz. Das reichte schon beim Gesamtpublikum für einen starken Marktanteil von 12,5 Prozent. In der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen brachte es der Pay-TV-Sender sogar auf hervorragende 16,5 Prozent. Damit war Sky hier klarer Marktführer um 15:30 Uhr - sämtliche frei-empfangbaren Sender konnten nicht mithalten. Geholfen hat dabei nicht zuletzt das Derby zwischen Schalke und Dortmund, das alleine von 420.000 Fans gesehen wurde und starke 5,0 Prozent Marktanteil in der Zielgruppe einfuhr. Profitieren konnte aber auch die Sportschau im Ersten, die mit 5,76 Millionen Zuschauern einen neuen Saison-Rekord einfuhr.
  • Das Erste
    © Das Erste
    Die Wintersport-Saison ist eröffnet, doch ohne die Unterstützung von Biathleten und Skispringern tun sich die Übertragungen noch reichlich schwer, wie der Blick auf die Quoten am Sonntag zeigen. Der 1. Lauf der Herren im Riesenslalom lockte am Vormittag gerade mal 790.000 Zuschauer zum Ersten. Der Marktanteil lag bei sehr mäßigen 7,4 Prozent. Auch der zweite Lauf, der zur Mittagszeit ausgestrahlt wurde, kam nicht wirklich an: 1,05 Millionen Zuschauer entschieden sich für die Live-Übertragung aus Sölden - mehr als 7,0 Prozent Marktanteil war nicht drin. Beim jungen Publikum kam der Ski-Weltcup sogar nicht über 4,2 Prozent hinaus.

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