Sports-Update vom 8. Februar

Discovery flirtet mit Buli, Handballer als "kluge Köpfe"

von Alexander Krei
08.02.2016 - 09:55 Uhr

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Eurosport-Chef Peter Hutton hat sein Interesse an der Bundesliga geäußert - noch hat der Poker allerdings gar nicht begonnen. Die deutschen Handballer werben unterdessen für die "FAZ" und die "Sportschau" bekam gleich doppelte Konkurrenz zu spüren.

Sky
© Sky
Sky wird auch weiterhin in Deutschland und Österreich vom Golf-Masters in Augusta berichten. Neben den exklusiven TV-Übertragungsrechten sicherte sich der Pay-TV-Sender auch die Internet-, IPTV- und Mobilrechte am ersten Major des Jahres, das Anfang April bereits zum 80. Mal ausgestragen wird. "Wir freuen uns, dass die Vergabe des Green Jacket auch in Zukunft exklusiv bei Sky zu sehen sein wird", sagte Burkhard Weber, Senior Vice President Live Sports bei Sky Deutschland. "Über den Kreis der klassischen Golffans hinaus übt das Masters eine ganz besondere Anziehungskraft aus. Nach beiden großen Profi-Touren nun auch die Partnerschaft mit dem prestigeträchtigsten Turnier des Sports zu verlängern, macht Sky auch in Zukunft zur Heimat des Golfsports im deutschsprachigen Fernsehen."

ARD & ZDF
© ARD/ZDF
Auch wenn die ARD noch auf eine Lösung bezüglich der Free-TV-Ausstrahlung der Handball-Weltmeisterschaft im kommenden Jahr hofft, stehen die Chancen wohl nicht allzu gut. Europameister Uwe Gensheimer sieht deshalb die Politik gefordert. "Es ist einfach großartig, wie dieses Team für den Handball Werbung gemacht hat. Viele Jugendliche werden am Fernseher gesehen haben, was für eine sensationelle Sportart Handball ist. Vielleicht wollen sie diesen für mich besten Sport der Welt nun auch ausprobieren. Damit wäre schon viel gewonnen", schrieb er in der "Sport Bild" und ergänzte: "Deshalb ist es auch so wichtig, dass das Fernsehen nun seinem Auftrag nachkommt. Stand jetzt gibt es keine TV-Bilder im öffentlich-rechtlichen Fernsehen von der WM 2017. Das heißt, man könnte diese tolle Mannschaft im Januar 2017 bei den Titelkämpfen in Frankreich nicht sehen, weil der Rechte-Inhaber beIN Sports aus Katar das nicht will. Das darf nicht sein!" Zur Not müsse sich die Politik einschalten. "Denn diese Mannschaft will jetzt jeder sehen", so Gensheimer.

Foto: Photocase/derfabseDOSB-Präsident Alfons Hörmann hat beim SpoBiS in Düsseldorf ein Ungleichgewicht in der Sportberichterstattung angemahnt. "Dass insgesamt ein Ungleichgewicht zugunsten des Fußballs und zulasten der anderen Sportarten in den Medien besteht, das sich tendenziell von Jahr zu Jahr gefühlt weiter in eine unerfreuliche Richtung entwickelt, ist festzuhalten", sagte Hörmann. Dabei würden auch die vertraglichen Vereinbarungen eine wichtige Rolle spielen. "Am Ende ist der Fußball so stark und populär, dass er hervorragende Perspektiven hat, Dinge sogar gegen den Wunsch der Medien durchzusetzen, und damit andere Sportarten das Nachsehen haben." Die anderen Sportarten könnten jedoch dazu beitragen, mehr Aufmerksamkeit zu erzeugen. "Die Ergebnisse der Handball-EM zeigen das wunderbar. Zu Turnierbeginn lag der Marktanteil bei 13 Prozent und beim Endspiel waren es 42 Prozent", sagte Hörmann. "Das bestätigt, dass dann nicht nur die Sportarten profitieren, sondern auch die Medien sehr schnell und klar erkennen werden, dass es gar nicht so dumm ist, über den Fußball hinaus zu senden."

Discovery Communications
© Discovery
Der Poker um die Bundesliga-Rechte hat offiziell zwar noch nicht begonnen, doch die verschiedenen Player bringen sich schon mal in Stellung. Interesse an einem Erwerb der Rechte hat dabei auch der Discovery-Konzern, zu dessen Universum inzwischen bekanntlich Eurosport gehört. "Ich kann mir viel vorstellen, wir schauen uns das an", sagte Eurosport-Chef Peter Hutton beim SpoBiS. "Das ist ein großes Wettbieten. Wir schauen, wie es geht." Erst im vergangenen Jahr hatte Discovery mit dem Kauf der Olympia-Rechte einen Coup gelandet - noch ist allerdings unklar, was der Konzern mit den Rechten in Deutschland anstellen möchte. ARD und ZDF können sich allerdings Hoffnung machen, auch in Zukunft die Olympischen Spiele ausstrahlen zu können: In Großbritannien hat sich Discovery gerade erst mit der BBC geeinigt, wie Kollege Marcel Pohlig in seinem UK-Update ausführte.

Bundesliga
© DFL
Während noch nicht klar ist, wo die Bundesliga ab der Saison 2017/18 zu sehen sein wird, hat die Deutsche Fußball-Liga (DFL) nun schon mal Klarheit bezüglich der Trikotärmel verschafft. Diese werden künftig von den Clubs der Bundesliga und 2. Bundesliga nicht mehr gemeinschaftlich vermarktet. Die bis Ende der Saison 2016/17 laufende Partnerschaft mit dem Logistikdienstleister Hermes bleibt davon unberührt. Hintergrund ist der von Club-Seite geäußerte Wunsch, die Premium-Partnerschaft auf Unternehmen zu beschränken, die möglichst nicht in gleichen Geschäftsfeldern wie bedeutende Vereinssponsoren tätig sind. Mit Hermes soll nun in den kommenden Monaten darüber gesprochen werden, wie die seit 2013 bestehende Partnerschaft möglicherweise auf einer anderen Ebene weitergeführt werden kann.

Handballer werben für FAZ
© FAZ
Die deutschen Handballer, die gerade erst den EM-Titel gewannen, wird von der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" als "klüge Köpfe" geehrt. Vor dem ersten Spiel der Nationalmannschaft nach dem EM-Finale entstand in Nürnberg das Motiv für die Kampagne "Dahinter steckt immer ein kluger Kopf". Zu sehen ist, wie alle Spieler das Tor mit der "FAZ" quasi sauberhalten. Nationalspieler Martin Strobel über das Motiv: "Das ist eine Superidee. Wir haben als gesamtes Team die EM gepackt und während des Turniers als Mannschaft versucht, das ganze Tor auszufüllen." Die deutschen Handballer sind das 89. Motiv in der Serie, die im vergangenen Jahr ihr 20-jähriges Jubiläum feierte. Eine ganze Mannschaft hatte es bisher noch nie in die Reihe geschafft. Davor war lediglich ein weiteres Gruppenmotiv mit den Berliner Philharmonikern Teil der vielfach ausgezeichneten Kampagne.

Sport in Zahlen

ran Tennis auf Sat.1 Gold
© ProSiebenSat.1
Auf kaum mehr als 400.000 Zuschauer brachte es die kurzfristig von Sat.1 Gold zu Sat.1 geschobene Übertragung des Fed-Cup am Samstag - angesichts von Marktanteilen um drei Prozent in der Zielgruppe war vom Hype um Angelique Kerber nichts zu spüren. Bei Sat.1 Gold kann man mit den Quoten vom Sonntag dagegen durchaus zufrieden sein, auch wenn das 3. Einzel zur Mittagszeit mit 190.000 Zuschauern und einem Marktanteil von 0,8 Prozent zunächst noch etwas schwer in die Gänge kam. Als das vierte Spiel gegen die Schweiz auf dem Plan stand, steigerte sich der Marktanteil auf 1,2 Prozent und beim Doppel wurden später sogar überzeugende 1,8 Prozent erzielt. Insgesamt sahen ab 17:12 Uhr im Schnitt 330.000 Zuschauer die Niederlage der deutschen Tennis-Damen gegen die Schweizer Nachbarn.

Sportschau
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Die Bundesliga-"Sportschau" tat sich am Samstag im Ersten ungewohnt schwer und bekam gleich doppelte Konkurrenz zu spüren: Mit 4,44 Millionen Zuschauern und einem Marktanteil von 17,7 Prozent musste die Sendung im Ersten die bislang schwächsten Werte der laufenden Saison hinnehmen, sieht man mal von den beiden Ausgaben ab, die in der englischen Woche am späten Dienstag- und Mittwochabend liefen. Alleine im Vergleich zur Vorwoche kamen fast 1,3 Millionen Zuschauer abhanden. Zurückzuführen sind die Verluste nicht zuletzt auf die Biathlon-Übertragung, die am Vorabend im ZDF von mehr als vier Millionen Zuschauern gesehen wurden, aber auch auf die Bayern, deren Unentschieden gegen Leverkusen zur selben Zeit eine Million Zuschauer bei Sky verzeichnete. In der Zielgruppe lag der Marktanteil des Live-Spiels bei 6,6 Prozent. Etwas besser lief's für ein Topspiel zuletzt im November, als die Bayern gegen Schalke spielten.

Sky Sport News HD
© Sky
Sky Sport News HD jubelt über einen Rekordstart ins Jahr. Nach Angaben des Senders verfolgten im Januar durchschnittlich 630.000 Zuschauer die tägliche Berichterstattung. Vor einem Jahr waren es noch 46 Prozent weniger. Insbesondere zum Monatsende, als Angelique Kerber die Australien Open gewann und die deutschen Handballer Europamerister wurden, lief es gut: So schalteten am 30. und 31. Januar durchschnittlich sogar 870.000 Zuschauer beziehungsweise 840.000 Zuschauer ein. Gleichzeitg gelang es dem Vermarkter Sky Media, die Auslastung der Werbeflächen im Sport-Umfeld um 4,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu steigern.

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