Die im Streaming gefragteste Programmmarke aus dem Reality-Bereich lief in der Woche zwischen dem 16. und 22. März bei Prime Video: Nachdem "The 50" in der Woche zuvor den Einstieg in die angebotsübergreifende Top 20 noch knapp verpasst hatte, steigerte sich die zweite Folge nochmal um über eine Viertelmillion auf eine Nettoreichweite von 0,811 Millionen Personen. Da Amazon erst seit November an der AGF-Messung teilnimmt, liegen keine Vergleichsdaten aus dem Vorjahr zu, aber verglichen mit den Reality-Formaten bei RTL+ und Joyn hatte "The 50" diesmal die Nase vorn.

Bei RTL+ ist es weiterhin vor allem die von RTLzwei zugelieferte "CoupleChallenge", die zu überzeugen weiß. Mit 0,743 Millionen zog die Streaming-Nettoreichweite im Vergleich zur Vorwoche sogar wieder um 35.000 an. Die "CoupleChallenge" lag nun die zehnte Woche in Folge auf diesem hohen Niveau - am 18. März wurden allerdings auch die letzten beiden Episoden der fünften Staffel veröffentlicht, in KW13 dürfte es dann also deutlich nach unten gehen. "Are You The One?" lag mit einer Streaming-Nettoreichweite von 0,381 Millionen weit dahinter.

Joyn hat mit "Germany's Next Topmodel" und "Promis unter Palmen" momentan zwei Formate im Rennen. "Promis unter Palmen" steigerte sich dabei auf den bisherigen Bestwert von 0,725 Millionen allein im Streaming. "Germany's Next Topmodel" rangierte mit 0,681 Millionen erreichten Personen dahinter. Bei beiden Formaten ist Streaming aber natürlich - anders als bei "The 50" oder auch "Are You The One?" nur ein Aspekt, dazu kommen die Ausstrahlungen im klassischen TV. Bezieht man auch die mit ein, liegen die crossmedialen Nettoreichweiten mit 5,453 Millionen bei "Promis unter Palmen" und 8,92 Millionen bei "Germany's Next Topmodel" nochmal in anderen Sphären. Die "CoupleChallenge" von RTLzwei kommt crossmedial auf eine Nettoreichweite von 2,846 Millionen. 

Ein Erfolg ist der ARD unterdessen mit dem Vierteiler "Vanished" gelungen: Die Streaming-Nettoreichweite belief sich hier auf rund eine dreiviertel Million Menschen. Die ARD führt das Ranking obendrein mit der "Tagesschau" auch wieder an, nachdem in der Woche zuvor kurz die Serie "Young Sherlock" von Prime Video vorn lag. Hier sank die Streaming-Nettoreichweite nun wieder unter die Millionen-Marke - was nicht überraschend kommt, weil Amazon alle Folgen der ersten Staffel auf einen Schlag veröffentlicht hatte.

Platz 2 ging diesmal an DAZN, das mit der Champions League die stärkste Woche seit Oktober vergangenen Jahres erlebte. Knapp 1,5 Millionen Personen wurden in KW12 erreicht. Mit der Bundesliga waren es hingegen vergleichsweise maue 0,773 Millionen. Es gibt auch Zahlen zur Streaming-Reichweite von RTL mit der Europa League: Hier weist die AGF 0,342 Millionen erreichte Personen aus. Nimmt man auch noch das klassische TV hinzu, dann fällt sie mit 9,74 Millionen aber freilich ungleich höher aus.

Nettoreichweitenstärkste Programmmarken im Streaming in KW 12

Programmmarke Anbieter Nettoreichweite
Streaming only
Tagesschau ARD 1,684
UEFA Champions League DAZN 1,497
ntv Nachrichten RTL 1,426
ZDFheute ZDF 1,168
Tatort ARD 0,997
Young Sherlock Amazon 0,916
Gute Zeiten, Schlechte Zeiten RTL 0,881
The 50 Amazon 0,811
heute-show ZDF 0,808
Bundesliga DAZN 0,773
Vanished ARD 0,753
#CoupleChallenge RTLzwei 0,743
Promis unter Palmen - Für Geld mache ich alles Joyn 0,725
Germany's Next Topmodel Joyn 0,681
Sturm der Liebe ARD 0,679
Sportstudio Live ZDF 0,671
Die Rosenheim-Cops ZDF 0,664
In aller Freundschaft ARD 0,639
Frühling ZDF 0,573
Scarpetta Amazon 0,559

Quelle: AGF Videoforschung; AGF SCOPE 1.14; 16.03.2026-22.03.2026; verschiedene Nutzungsfilter; Marktstandard: Bewegtbild; Auswertungstyp Programmmarke; nutzungsbezogen; Paketnummer: 17369 vom 30.03.2026

Programmmarken? Was ist das?

Die 2024 eingeführte Ausweisung der AGF soll Auskunft darüber geben, wie viele Menschen mit Video-Inhalten einer "Programmmarke" in Kontakt gekommen sind - unabhängig ob im linearen TV, den Mediatheken oder Websites der Sender; unabhängig davon, ob es sich um eine ganze Folge oder einen kurzen Schnipsel handelte; unabhängig davon, wie lang die Nutzung war. Spannend ist insbesondere auch die Auswertung rein auf Streaming-Ebene, weil hier bislang kaum öffentliche Daten vorlagen. Wichtig allerdings: Es geht hier nur um die Reichweite auf eigenen Plattformen, YouTube oder Soziale Netzwerke werden nicht erfasst. Und: Es handelt sich stets um Nettoreichweiten, die nicht vergleichbar sind mit der durchschnittlichen Sehbeteiligung, wie man sie aus der TV-Quoten-Berichterstattung kennt. Details dazu haben wir in einem eigenen Artikel erläutert.