Generell lässt Amazon seine Prime-Video-Reichweiten zwar schon seit November vergangenen Jahres durch die AGF messen und ausweisen, die Sportübertragungen sind allerdings erst seit diesem Sommer ebenfalls erfasst. Nun gab's erstmals eine Woche mit der Übertragung eins Spiels des FC Bayern in der Champions League - und die Partie gegen Viking Stavanger dominiert das Streaming-Nettoreichweitenranking dann auch sehr deutlich.

3,65 Millionen Personen erreichte Amazon mit Champions League-Inhalten zwischen dem 12. und 18. Oktober. Zur Erinnerung: Es handelt sich hier um Wochen-Nettoreichweiten, die sich nicht auf eine einzelne Übertragung beziehen - es können also auch Inhalte drumherum gewesen sein. Die Zahl ist zudem nicht mit der durchschnittlichen Sehbeteiligung aus der TV-Quote zu vergleichen, weil sie unabhängig von der Dauer der Nutzung ist.

Vergleichen kann man sie aber mit den rund 2,75 Millionen, die fünf Wochen zuvor in der Woche mit dem BVB-Spiel gegen Villarreal erreicht wurden. Und man kann sie natürlich mit den DAZN-Zahlen vergleichen, das ja deutlich mehr Champions-League-Spiele überträgt. Dort lag in der gleichen KW42 die Streaming-Nettoreichweite mit 1,25 Millionen nur bei rund einem Drittel der Prime-Video-Reichweite.

Neben der Champions League und "ntv Nachrichten" schaffte es auch der "Tatort" aufs Treppchen. Die ARD will die Streaming-Abrufe ja bekanntlich unter anderem damit pushen, dass die Filme dort nun immer schon ab Freitag vorab zu sehen sind. Für eine Bilanz dessen ist es noch zu früh, mit 1,33 Millionen im Streaming erreichten Personen war es aber immerhin die drittstärkste Woche für die ARD-Krimimarke in diesem Jahr.

So läuft's im Reality-Segment

Im Reality-Bereich bleibt weiterhin "Das Sommerhaus der Stars" von RTL+ das aktuell dominierende Angebot, dahinter liegen "Promi Big Brother" (Joyn) und "Are You The One - Realitystars in Love" und "Temptation Island V.I.P." fast gleichauf mit Nettoreichweiten zwischen 0,83 und 0,85 Millionen Personen. "Temptation Island V.I.P." startete damit ganz leicht unter dem Vorjahresniveau in die neue Staffel.

Etwas weiter hinten im Feld liegt die Halloween-Staffel der "#CoupleChallenge" mit einer Streaming-Nettoreichweite von 0,57 Millionen, während "Love Island VIP" nun aus der senderübergreifenden Top 20 herausgefallen ist. Mit rund 0,48 Millionen Streaming-Nettoreichweite rückt der große Erfolg des Vorjahres noch etwas weiter in die Ferne. Im vergangenen Jahr lag die Streaming-Nettoreichweite zu diesem Zeitpunkt noch bei um die 800.000.

Nettoreichweitenstärkste Programmmarken im Streaming in KW 42

Programmmarke Anbieter Nettoreichweite
Streaming only
UEFA Champions League Amazon 3,650
ntv Nachrichten RTL 1,676
Tatort ARD 1,330
Tagesschau ARD 1,283
ZDFheute ZDF 1,271
UEFA Champions League DAZN 1,251
Das Sommerhaus der Stars - Kampf der Promi-Paare RTL 1,157
Bundesliga DAZN 1,000
SOKO ZDF 0,995
Gute Zeiten, Schlechte Zeiten RTL 0,859
Promi Big Brother Joyn 0,852
Are You The One - Realitystars in Love RTL 0,838
Temptation Island V.I.P. RTL 0,830
Carrie Amazon 0,809
Two and a half Men Amazon 0,760
heute-show ZDF 0,727
Dr. Nice ZDF 0,642
Babylon Berlin ARD 0,633
Friesland ZDF 0,579
#CoupleChallenge RTLzwei 0,569

Quelle: AGF Videoforschung; AGF SCOPE 1.16; 12.10.2026-18.10.2026; verschiedene Nutzungsfilter; Marktstandard: Bewegtbild; Auswertungstyp Programmmarke; nutzungsbezogen; Paketnummer: 18564 vom 26.10.2026

Programmmarken? Was ist das?

Die 2024 eingeführte Ausweisung der AGF soll Auskunft darüber geben, wie viele Menschen mit Video-Inhalten einer "Programmmarke" in Kontakt gekommen sind - unabhängig ob im linearen TV, den Mediatheken oder Websites der Sender; unabhängig davon, ob es sich um eine ganze Folge oder einen kurzen Schnipsel handelte; unabhängig davon, wie lang die Nutzung war. Spannend ist insbesondere auch die Auswertung rein auf Streaming-Ebene, weil hier bislang kaum öffentliche Daten vorlagen. Wichtig allerdings: Es geht hier nur um die Reichweite auf eigenen Plattformen, YouTube oder Soziale Netzwerke werden nicht erfasst. Und: Es handelt sich stets um Nettoreichweiten, die nicht vergleichbar sind mit der durchschnittlichen Sehbeteiligung, wie man sie aus der TV-Quoten-Berichterstattung kennt. Details dazu haben wir in einem eigenen Artikel erläutert.