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Analyse der IVW-Auflagen im 1. Quartal 2014

"Stern" stark unter Druck, "Landlust" erhält Dämpfer

von Uwe Mantel
22.04.2014 - 16:59 Uhr

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Deutlicher Auflageneinbruch beim "Stern": Die harte Auflage sackte binnen eines Jahres um über 22 Prozent ab, am Kiosk ging gar fast jeder dritte Käufer verloren. Erstmals verzeichnet auch der Shooting-Star "Landlust" spürbare Verluste. Die mal wieder sehr tristen Zahlen...

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Ein Jahr nach dem großen Relaunch sinkt der Stern des "Stern" mit geradezu atemberaubender Geschwindigkeit, zumindest wenn man die Auflage als Maßstab nimmt. Die lag im 1. Quartal 2014 laut IVW noch bei 742.662 und damit um 10,7 Prozent niedriger als ein Jahr zuvor. Doch das ist allenfalls die halbe Wahrheit: Blickt man nur auf die harten Auflagenbestandteile, rechnet also Kosmetik wie die hochgefahrenen Bordexemplare und sonstigen Verkäufe heraus, dann lag das Minus sogar bei 22,3 Prozent. Und am Kiosk fand das Magazin sogar über 31 Prozent weniger Käufer als vor einem Jahr, als man zum Relaunch den "Stern" kurzzeitig zum Schleuder-Preis von einem Euro verkauft hat. Das hatte den Einzelverkauf damals kurzzeitig befeuert, allerdings offenbar ohne jede nachhaltige Wirkung. Rund 200.000 Kiosk-Käufer waren es jetzt noch, im Quartal vor dem Relaunch und somit auch vor der Werbeaktion waren es noch 243.000.

Unter den großen drei aktuellen Magazinen ist der "Stern" somit derzeit der größte Verlierer. Der "Focus" konnte den Abwärtstrend zwar ebenfalls nicht stoppen, immerhin fiel das Minus aber nicht mehr ganz so hoch aus wie man das zwischenzeitlich gesehen hatte. Ein Minus bei der harten Auflage von fast 9 Prozent ist trotzdem nicht gerade eine positive Meldung. Der "Spiegel" zeigt sich da noch am stabilsten. Offiziell sank die verkaufte Auflage nur um 0,8 Prozent, die harte Auflage ist mit -4,2 Prozent aber eigentlich deutlich stärker unter Druck. Daran konnten auch die im Schnitt 47.000 verkauften E-Paper-Verkäufe, die in diesen Zahlen bereits enthalten sind, nichts ändern.

Die 25 auflagenstärksten, am Kiosk erhältlichen Zeitschriften/Zeitungen

  Verkaufte
1/2014
Verkaufte
1/2013
+/-
absolut
+/-
in Prozent
TV 14
2.445.750 2.467.327 -21.577 -0,9 %
Bild
2.305.878 2.455.690 -149.812 -6,1 %
TV Digital
1.828.197 1.944.525 -116.328 -6,0 %
TV Movie
1.244.901 1.343.625 -98.724 -7,3 %
Bild Am Sonntag
1.175.405 1.235.011 -59.606 -4,8 %
Hörzu
1.174.844 1.245.067 -70.223 -5,6 %
TV Direkt
1.153.674 1.191.150 -37.476 -3,1 %
Landlust
978.229 1.098.385 -120.156 -10,9 %
Auf Einen Blick
973.028 1.036.654 -63.626 -6,1 %
TV Spielfilm
958.402 1.040.212 -81.810 -7,9 %
Bild Der Frau
895.661 900.068 -4.407 -0,5 %
Der Spiegel
876.117 883.310 -7.193 -0,8 %
Freizeit Revue
801.055 839.723 -38.668 -4,6 %
Stern
742.662 831.857 -89.195 -10,7 %
TV Hören Und Sehen
681.571 720.296 -38.725 -5,4 %

Blickt man auf die 15 am Kiosk erhältlichen Zeitschriften und Zeitungen mit der höchsten Auflage fällt auf: Kein einziger Titel ist im Plus. Nicht mal mehr auf die "Landlust" ist in dieser Hinsicht Verlass. Nachdem der Titel in den letzten Jahren eine einzigartige Erfolgsgeschichte geschrieben hat, bringt das 1. Quartal 2014 zum ersten Mal wirklich spürbare Verluste. Die Auflage sackte um rund 11 Prozent ab und landete damit wieder unter der Millionen-Marke. Die Nachahmer in diesem Segment können aber noch zulegen: Die "Land Idee" ist sogar absolut der größte Auflagen-Gewinner: Rund 19 Prozent mehr Hefte fanden ihren Weg zum Leser, "Mein schönes Land" liegt rund zehn Prozent im Plus.

Die frei verkäufliche Zeitschrift mit der höchsten Auflage bleibt weiterhin die Programmzeitschrift "TV 14", die sich vehement gegen den allgemeinen Abwärtstrend stemmt. Das Minus von 0,9 Prozent ist angesichts der teils heftigen Verluste jedenfalls schon als Erfolg zu werten. Ob "TV Digital", "TV Movie", "Hörzu", "Auf einen Blick" oder "TV Spielfilm": Die Konkurrenten liegen zwichen 5,5 und 8 Prozent im Minus. "TV Direkt" ist als Auflagen-Millionär mit einem Minus von 3,1 Przent noch recht gut bedient. Zulegen können in diesem Segment nur "TV für mich" aus dem Gong-Verlag, "TV 4wochen" und "TV!Top". Dazu kommt das "Arte Magazin", das seine Auflage ebenfalls um 3,6 Prozent steigern konnte.

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