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Überfällig

AGF veröffentlicht künftig Quoten-Hitlisten selbst

von Uwe Mantel
04.01.2016 - 13:11 Uhr

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Ein lange überfälliger Schritt: Die Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung (AGF), in der sich die Sender zur TV-Quotenermittlung zusammengeschlossen haben, veröffentlicht eine Top-Liste für alle angeschlossenen Sender künftig kostenfrei selbst.

Während andere Mediengattungen wie Print, Online oder Radio die Nutzungsdaten zumindest in ihrer Grundform für Interessierte kostenfrei zur Verfügung stellen, geht das Fernsehen schon immer einen Sonderweg. Wer sich für die Reichweiten-Daten interessiert, der wird zur Kasse gebeten, ob Fachpresse, Produktionsfirma oder Privatperson. Ab sofort veröffentlicht die AGF nun immerhin einige Daten kostenfrei selbst auf ihrer Website agf.de.

Dort gibt es künftig für die meisten Sender, die ihre Quoten messen lassen - darunter auch kleinere Free-TV und Pay-TV-Sender - pro Sender eine Hitliste mit den drei meistgesehenen Sendungen des Vortages sowie jeweils auch von vorgestern und vorvorgestern. Die AGF gibt dazu die Zuschauerzahl beim Gesamtpublikum an. Ab Februar werden darüber hinaus die monatlichen Marktanteile der Sender veröffentlicht, die auf endgültig gewichteten Daten basieren. Die liegen erst nach einigen Tagen vor, die Hitliste gibt's also nicht direkt am 1. des Folgemonats. Angereichert wird die Tabelle mit der durchschnittlichen monatlichen Sehdauer in Minuten.

"Mit der Ausweisung von mehr und aktuelleren Daten bauen wir unser kostenloses Informationsangebot auf der Website sukzessive aus und reagieren damit auf das große Interesse des Marktes", erklärt AGF-Vorstandsvorsitzende Karin Hollerbach-Zenz. Ein Interesse, das nicht nur DWDL.de, sondern auch andere Kollegen aus der Fachpresse seit Jahren an die AGF herantragen.

DWDL.de-Chefredakteur Thomas Lückerath: "Seit fast zehn Jahren kämpft das Medienmagazin DWDL.de für eine umfangreichere Veröffentlichung der TV-Einschaltquoten. Als einzige Mediengattung ließ sich das Fernsehen für die Veröffentlichung seiner Leistungswerte bezahlen, während Radio-, Print- und Online-Reichweiten kostenfrei verfügbar waren. Wir haben dies in Diskussionen und Vorträgen bei Kongressen, in Interviews und Hintergrundgesprächen über all die Jahre immer wieder zur Sprache gebracht und waren auch im vergangenen Herbst erneut mit Nachdruck dran. Nach knapp zehn Jahren in denen wir insgesamt mehr als 250.000 Euro für die Veröffentlichung von Quoten-Daten bezahlt haben, freuen wir uns über die Einsicht der AGF und den Kurswechsel hin zur kostenfreien Veröffentlichung auf der Website der AGF. Das Medienmagazin DWDL.de hat sich in Kenntnis dieser Veränderung dafür bereits zum Jahreswechsel neu aufgestellt und liefert mit den Tagesmarktanteilen einen neuen exklusiven Mehrwert und investiert das darüber hinaus frei gewordene Budget in Medienjournalismus statt Lizenzgebühren."

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