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Im Interview: Sandra Maischberger

 

Nach der Elefantenrunde zum Auftakt des medienforum.nrw sprach DWDL mit Moderatorin Sandra Maischberger über Paneldiskussionen, die Ermüdung durch immer gleiche Themen und die Frage, was man von solchen Diskussionsrunden erwarten darf.

von Thomas Lückerath
05.07.2005 - 09:29 Uhr

Im Interview: Sandra Maischberger

Foto: DasErsteDWDL: Sie haben selbst zu Beginn der Elefantenrunde das Statement von Herrn Rüttgers angesprochen. War das clever, auf dem Medienforum die Fortsetzung der Veranstaltung in den kommenden Jahren in Frage zu stellen?

Maischberger: Ich weiß nicht, ob das clever ist in seiner Situation. Was wäre schlimmer, wenn er viel verspricht und nichts halten kann? Wenn Sie es so denken, ist es natürlich erstmal einfacher die Keule zu schwingen und zu sagen, es könnte passieren, dass wir kein Geld mehr haben. Sollte es möglich sein, kann er später immer noch wieder positiviere Signale geben. Clever könnte es gewesen sein, warum nicht?

DWDL: Das Thema Werbung, gerade in Bezug auf die Öffentlich-Rechtlichen, gehört seit Jahren zu den Themen solcher Branchentreffs. Inwieweit lahmt es, wenn sich Themen jedes Jahr ohne Fortschritt wiederholen?

Maischberger: In diesem Jahr war es, glaube ich, etwas anders, weil durch den Schleichwerbungsskandal bei den Öffentlich-Rechtlichen das Thema noch einmal zusätzlich Nahrung bekommen hat - plus der Situation, dass die Ministerpräsidenten der Empfehlung der KEF zur Gebührenerhöhung nicht gefolgt sind. Die Dinge sind also in Bewegung. Es gibt ein paar Themen, die ich als Journalistin behandele. Nehmen Sie die Rentenreform, den außenpolitischen Bereich, die Situation zwischen Israelis und Palästinensern - da hat man immer das Gefühl, man diskutiert über das Gleiche ohne, dass sich etwas ändert. In Wahrheit ist es aber so, dass ein Prozess in Bewegung ist. Solange er sich bewegt, wird er ein Thema sein. Da müssen wir alle durch.

DWDL: Wieviel darf man dann überhaupt von so einer Diskussion erwarten?

Maischberger: Auf solchen Podien werden Sie sicher nie Ergebnisse erhalten können. Das ist klar, aber durch solche Podien können Standpunke noch einmal klar gesetzt werden und ich fand dafür, dass die Diskussion so festgefahren ist, gab es heute ein, zwei Punkte am Horizont, bei denen ich das Gefühl hatte, da könnte es weitergehen. Das ist das Maximum, was sie bekommen können. Jemand der auf der Bühne aufsteht und sagt: "Wir als Öffentlich-Rechtliche verzichten ab morgen auf Werbung", das werden wir mit Sicherheit nicht erleben.

DWDL: Eine letzte Frage: Inwieweit ist die Moderation einer solchen Panel-Diskussion pure Arbeit und inwieweit ist sie vielleicht auch privates journalistisches Interesse?

Maischberger: Es ist pure Arbeit. Als Journalistin interessiere ich mich weniger für den Bereich Medien. Ich arbeite in den Medien und insofern habe ich natürlich einen Blick darauf, was um mich herum passiert, aber wenn ich ganz ehrlich bin diskutiere ich lieber über die Steuerreform.

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