Dagur Sigurdsson © Sascha Klahn/DHB
Wo, wie - und warum?

10 Fragen zur Handball-WM: Das müssen Sie jetzt wissen

 

Die Handball-WM wird nicht im Fernsehen zu sehen sein. Doch was muss man tun, um die "Bad Boys" doch noch anfeuern zu können? DWDL.de stellt zehn drängende Fragen zu den Übertragungen - und liefert die Antworten gleich mit...

von Alexander Krei
11.01.2017 - 12:44 Uhr

Ich freue mich auf viele spannende Spiele bei der Handball-WM. Welchen Sender muss ich einschalten, um sie zu sehen? 

Die WM wird von keinem Fernsehsender übertragen. Stattdessen hat sich die Deutsche Kredit-Bank die Übertragungsrechte für eine Ausstrahlung im Netz gesichert.

Warum überträgt ausgerechnet eine Bank die WM?

Die DKB ist seit einigen Jahren Hauptsponsor der Handball-Nationalmannschaft und hat die Rechte erworben, nachdem sich die Verhandlungen mit Fernsehsendern schwierig gestalteten. Es handelt sich dabei also eher um eine Notlösung.

Was war denn so schwierig?

Der Rechtehalter beIn Sports - eine Tochter von Al Jazerra - mit Sitz in Katar sorgte sich darum, dass das frei-empfangbare Signal von Deutschland nach Frankreich strahlt, wo das Unternehmen einen eigenen Pay-TV-Sender betreibt. Aus diesem Grund stellte sich beIn Sports bereits vor zwei Jahren quer, als es darum ging, die Übertragungsrechte an einen deutschen Free-TV-Sender zu verkaufen. Damals sprang Sky kurzfristig ein, doch eine solche Lösung hat sich diesmal nicht ergeben – womöglich auch, weil der DKB die Rechte schlicht mehr wert waren.

Aber immerhin muss ich nichts für den Empfang bezahlen, oder?

Richtig, die DKB hat kostenlose Livestreams in Aussicht gestellt.

Besitzt die DKB überhaupt eine Rundfunklizenz?

Nö. Die Medienhüter wollen aber "aufgrund der besonderen und außergewöhnlichen Einzelfallsituation" ein Auge zudrücken. Im schlimmsten Fall droht der Bank eine Beanstandung – aber das wird sie vermutlich gerade noch verschmerzen können.

Muss ich denn immer vor dem Computer sitzen, wenn ich die "Bad Boys" anfeuern will? 

Nein, denn neben der Website handball.dkb.de, auf der die Spiele gezeigt werden, laufen die Übertragungen auch im YouTube-Kanal der DKB. Auf diese Weise ist der Livestream für eine Vielzahl von internetfähigen Endgeräten kompatibel. Wer einen Smart-TV oder Google Chromecast besitzt, kann die Spiele also ohne Weiteres auf dem großen Bildschirm in HD verfolgen. 

Alles schön und gut, aber meine Internetverbindung ist nicht sonderlich berauschend.

Macht nix – sagt zumindest die DKB. Um die Übertragung zu verfolgen, sei keine bestimmte Geschwindigkeit notwendig. YouTube passt die Qualität des Livestreams automatisch an das Tempo der Internetverbindung an. Und wer gar kein Internet hat, kann auch aufs Public Viewing ausweichen, das der Deutsche Handball-Bund allen Vereinen ermöglicht.

Und wo ist der Haken?

Noch ist unklar, wie sehr die DKB die Übertragungen zur Werbeveranstaltung verkommen lassen will. Eine journalistische Rahmenberichterstattung fällt zudem flach – stattdessen startet der Stream mit dem Einlauf der Mannschaften und endet bereits kurz nach dem Abpfiff. Mit Uwe Semrau und Markus Götz hat die DKB aber zumindest zwei versierte Kommentatoren für die Spiele der deutschen Nationalmannschaft gewinnen können.

Gibt’s denn auch Spiele ohne deutsche Beteiligung zu sehen?

Ja, die DKB wird insgesamt 51 Spiele übertragen, die meisten davon jedoch mit englischem Original-Kommentar. Los geht’s am Mittwochabend mit dem Eröffnungsspiel zwischen Frankreich und Brasilien, auch bei den Halbfinals und im Finale kommen die deutschen Kommentatoren zum Einsatz.

Okay – und nächstes Jahr gibt’s wieder Stress?

Davon ist nicht auszugehen. Die TV-Rechte für die Handball-EM 2018 in Kroatien haben ARD und ZDF nämlich bereits erworben. Da mischte allerdings auch nicht be In Sports mit.

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