Logo: SevenOne MediaDas Bundeskartellamt prüft offiziell den "Verdacht auf Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung sowie wettbewerbsbeschränkende Absprachen bei der Vermarktung von Fernsehwerbung". Sowohl IP Deutschland als auch SevenOneMedia bestätigten die Durchsuchungen.

Die Ermittlungen sind Teil eines Verfahrens, welches das Bundeskartellamt gegen Werbezeitenvermarkter und andere Marktteilnehmer führt. Es geht um die umstrittene Praxis der so genannten Share-Deals: Beide Werbezeitenvermarkter stehen im Verdacht Mediaagenturen erhebliche Rabatte gegeben zu haben, wenn diese große Anteile ihres Budgets beim jeweiligen Senderverbund platzieren. Kleine Sender hätten es dann ungleich schwerer, ihren Anteil am Werbekuchen zu bekommen.



Im Falle einer Bestätigung des Verdachts können vom Bundeskartellamt Bußgelder verhängt werden. SevenOneMedia-Mutterkonzern ProSiebenSat.1 Media kündigte inzwischen bereits an, man werde die erhobenen Vorwürfe im Einzelnen prüfen. Man gehe aber davon aus, dass sich SevenOneMedia nicht kartellrechtswidrig verhalten hat. Eine Stellungnahme von IP Deutschland steht noch aus.

Fragwürdige Geschäfte zwischen Sendern und Mediaagenturen sind seit der Ruzicka-Affäre kein Geheimnis mehr. Andreas Ruzicka, ehemaliger Chef der Mediaagentur Aegis, soll sich über von den Sendergruppen gewährten Rabatte bereichert haben. Es wird die Summe von 30 Millionen Euro genannt. Derzeit sitzt Ruzicka in Untersuchungshaft.