Foto: RTL II © RTL II
Das erste Skandälchen

"Big Brother": Auszug nach Pädophilen-Witz

 

Der erste Kandidat hat "Big Brother" verlassen. Allerdings nicht ganz freiwillg. Nach einem geschmacklosen Witz hat man sich auf seinen Auszug geeinigt.

von Jochen Voß
14.01.2008 - 15:01 Uhr

Bild: EndemolDie achte Staffel der RTL II-Sendung "Big Brother" hat ihr erstes Skandälchen, und ein Bewohner musste nach der ersten Woche ungeplant die Sendung verlassen. Teilnehmer Adrian hatte in der vergangenen Woche im "Big Brother"-Haus einen Pädophilen-Witz erzählt und verlässt daher die Sendung "im gegenseitigem Einvernehmen", wie Produktionsfirma Endemol und RTL II mitteilen.

Der Witz des Kandidaten, der in Fan-Foren für heftige Dsikussionen gesorgt hat, wurde von RTL II nicht in die tägliche Zusammenfassung geschnitten, war aber bei der Live-Übetragung der Ereignisse aus dem Haus, die rund um die Uhr über den Bezahlsender Premiere zu verfolgen sind, zu hören. Nach einem Gespräch mit dem für die Kandidaten zuständigen Psychologen am vergangenen Samstag bittet Adrian nach seinem Auszug nun per Pressemitteilung um Entschuldigung für seine Entgleisung: "Ich glaube, dass leider in unserer heutigen Gesellschaft immer wieder geschmacklose Dinge gesagt werden, die man aufschnappt und die einem rausrutschen können. Ein Mensch ist eben nur ein Mensch und der macht auch mal Fehler. Ich wollte damit niemanden verletzen."
 


Der Zwischenfall in der Sendung ereignete sich in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch vergangener Woche. Die Konsequenz der Entgleisung erfolgt verhältnismäßig spät und nachdem die Verfehlung in verschiedenen Medien thematisiert wurde. Einen Zusammenhang zwischen Berichterstattung und dem Auszug gibt es laut RTL II nicht. Da nach der Verfehlung erst verschiedene Gespräche geführt worden seien, habe sich die Entscheidung nach und nach entwickelt. Der nach Senderangaben freiwillige Auszug Adrians sei "wohl überlegt" gewesen, sagte eine Sendersprecherin im Gespräch mit dem Medienmagazin DWDL.de.

Bereits in früheren Staffeln kam es bei "Big Brother" zu Aufregung, weil in der Live-Übertragung stark gefühlsverletzende Äußerungen von Kandidaten zu hören waren. Der Produzent der Sendung, Endemol-Chef Borris Brandt, gab sich kürzlich im DWDL.de-Interview hinsichtlich dieser Problematik erstaunlich gelassen: "Wenn Sie in einem Format 24 Stunden pro Tag zwei Jahre lang Menschen frei rumlaufen lassen, ist es natürlich nicht verwunderlich, dass irgendwann mal irgendjemand etwas sagt, was er vielleicht lieber nicht gesagt hätte. Das passiert, das lässt sich bei 'Big Brother' auch nicht kontrollieren. Es ist eben wahre Reality und spiegelt viel von dem wieder, was Deutschland gerade denkt und lebt".

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