Bild: Olympische SpieleDie Olympischen Spiele in Peking, die in dieser Woche beginnen, stellen ARD und ZDF nicht nur wegen der Zeitsverschiebung vor große Herausforderungen. Vor allem wegen der politischen Situation in China steht das Sportereignis im Zentrum der Aufmerksamkeit. Auch wenn das Internationale Olympische Kommitee (IOC) ein unzensierte Fernsehbild garantiert, herrscht bei den Sendern Skepsis.

Gegenüber dem "Tagesspiegel" sagte ZDF-Olympia-Programmchef Eberhard Figgemeier: "Die Chinesen werden uns komplett überwachen". Er hoffe, aber dass das Programm der Öffentlich-Rechtlichen Sender nicht durch das kommunistische Regime zensiert werde. Die einzige Möglichkeit dazu sei, so Figgmeier, den Sendern den Strom abzudrehen.
 


Wie der "Tagesspiegel" weiter berichtet, werden ARD und ZDF mit 30 eigenen Kameras an den Ausstragungsorten vertreten sein. Dieses geschehe allerdings nicht aus Sorge vor der Zensur, sondern um "die deutsche Farbe in der Berichterstattung zu betonen", wie ARD/ZDF-Teamchef Walter Johannsen dem "Tagesspiegel" sagte. "Unsere Kameras sind im Prinzip natürlich nicht dazu da, um die ganze Zeit die Zuschauerkurven abzuschweken in der Hoffnung, dass da jemand ein politisches Plakat hochreckt", so Johannsen weiter.

Um die Spiele vor dem politischen Hintergrund angemessen einordnen zu können, wurden laut "Tagesspiegel" auch politische Korrespondenten in die Sport-Redaktionen von ARD und ZDF integriert. Ein weiteres wichtiges Thema, für das die Sender sich sensibilisiert haben, ist die Dopingproblematik, für die die Öffentlich-Rechtlichen eine eigene Task-Force eingerichtet haben. Dem "Tagesspiegel" sagte ZDF-Sportchef Dieter Gruschwitz: "Wir erleben zum ersten Mal Sommerspiele, bei denen das Thema Doping so im Vordergrund steht".