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Ausweitung der Sendezeit

Privater Rundfunk kritisiert KiKa-Pläne scharf

 

Die geplante Ausweitung der Sendezeit beim Kinderkanal ruft reflexartig die Kritik des VPRT hervor. Sollte das Vorhaben ohne Drei-Stufen-Test in die Tat umgesetzt werden, sieht man den Rundfunkstaatsvetrag gescheitert an.

von Jochen Voß
05.03.2009 - 15:13 Uhr

Logo: VPRTDer Verband privater Rundfunk und Telemedien (VPRT) kritisiert die Pläne des Kinderkanals von ARD und ZDF zur Ausweitung ihrer Sendezeit am Abend scharf. Zu Beginn der Woche wurde bekannt, dass es beim Kinderkanal Überlegungen gibt, den Sendeschluss von 21 auf 23 Uhr zu verlegen, um in den weiteren zwei Programmstunden vornehmlich ältere Kinder zwischen zehn und dreizehn Jahren anzusprechen.

"Der Umbau des Kinderkanals in einen Jugendkanal 'light' würde die Wettbewerbssituation der bestehenden Marktangebote für die Zielgruppe gravierend verschärfen und private Angebote aus dem Markt verdrängen", wettert VPRT-PRäsident Jürgen Doetz. "Wir sind der Auffassung, dass ein solches Vorhaben nach dem neuen Rundfunkstaatsvertrag in jedem Fall den Drei-Stufen-Test durchlaufen muss und - wenn die vorgegebenen Prüfkriterien denn ernst genommen werden - auf diesem Wege gestoppt werden müsste", so Doetz weiter.
 

 
Der Verband sieht in dem Vorhaben des Kinderkanals zudem einen Belastungstest für den Drei-Stufen-Test, den neue öffentlich-rechtliche Angebote vor ihrem Start laut dem neuen Rundfunkstaatsvertrag durchlaufen müssen. Für den VPRT wäre ein ungebremstes Umsetzen der Pläne, für die sich der Kinderkanal bereits in Gesprächen mit den Intendanten von ARD und ZDF befindet, ein erster konkreter "Beleg für das Nichtfunktionieren bestimmter Grundentscheidungen aus dem 12. Rundfunkänderungsstaatsvertrag".

So unterliege laut dem neuen Regelwerk lediglich eine Umwidmung des Programms hin zu einer völlig neuen Zielgruppe der Pflicht zum Drei-Stufen-Test. "Sollten die Gremien sich auf diese absurde Definition berufen und den klar angestrebten Wechsel der Ki.Ka-Zielgruppe, der sich unter Umständen sogar durch eine Namensänderung der etablierten Marke Ki.Ka manifestieren würde, nicht als genehmigungsbedürftig einstufen, wäre der Glaubwürdigkeit des Drei-Stufen-Tests der Boden entzogen", so Doetz. Eine weitere Schwieirigkeit sieht der Verband in der Belegung der knappen Frequenzen auf den analogen Verbreitungswegen durch eine Ausweitung der Sendezeit.

Als Grund für zwei weitere Programmstunden nennt der Kinderkanal, dass auch ältere Kinder mittlerweile nach 21 Uhr Zeit vor dem Fernseher verbringen. Diese sollen daher mit adäquaten Programmen erreicht werden. Bislang fällt es dem Sender eher schwer Kinder der oberen Altersgruppe zu erreichen, da diese sich vom Programmnamen Kinderkanal nur schwer begeistern ließen. Daher ist auch geplant, in den Abendstunden mit einer neuen Programmmarke an den Start zu gehen.

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