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Was Uli will...

Hoeneß: TV-Zwangsabgabe für die arme Bundesliga

 

Uli Hoeneß, Manager des FC Bayern München, hat sich im Interview mit der "Wirtschaftswoche" für eine monatliche TV-Zwangsabgabe in Höhe von 2 Euro ausgesprochen, um so der Bundesliga zu helfen. Dann könne sein Verein auch wieder die Champions League gewinnen.

von Thomas Lückerath
15.03.2009 - 10:44 Uhr

Foto: Photocase/derfabse"Das ist kein Batzen, das ist eher ein Kügelchen", jammert Bayern-Manager Uli Hoeneß über die derzeit erzielten Gelder aus der TV-Vermarktung der Bundesliga. Im Interview mit der "Wirtschaftswoche" erklärt er: "Wir verdienen 50 Millionen Euro aus Fernsehrechten, davon stammen gerade 30 Millionen aus der Bundesliga. Den Rest erzielen wir aus internationalen Spielen. Und das ist ein großes Problem."

Da andere Ligen zwischen 80 und 130 Millionen erlösen, werde die Differenz auf Dauer dazu führen, "dass der deutsche Fußball enorme Schwierigkeiten bekommt, international mitzuhalten und irgendwann noch einmal die Champions League zu gewinnen." Deswegen träumt Hoeneß von 100 Millionen Euro zusätzlich. Und da Fußball für den Bayern-Manager offensichtlich nichts mehr mit Sport oder Nachwuchsförderung zu tun, sondern nur mit Geld für neue Topstars, macht er auch gleich ein Versprechen: "Da würde ich unseren Fans glatt den Champions League-Sieg in Aussicht stellen."


Das zusätzliche Geld soll aus der TV-Vermarktung kommen. Da hoffe er immer noch, "dass jemandem einfällt, wie man Pay-TV in Deutschland profitabel betreiben könnte". Am besten wäre es allerdings, so Hoeneß im "Wirtschaftswoche"-Interview, "wenn die öffentlich-rechtlichen Sender alle Fußballrechte kaufen und dem Bürger Fußball quasi gratis nach Hause senden würde."

Grafik: DWDL.de; Logos: ARD & ZDFDer "Solidaritätszuschlag für notleidende Kicker", wie die Kollegen bei Turi2 am Sonntag titeln, soll laut Hoeneß einfach durch eine weitere monatliche Zwangsabgabe für alle deutschen TV-Haushalte finanziert werden. Dass Zuschauer ohne Interesse am Fußball damit nochmal zwangsweise abkassiert werden, ist für ihn kein Argument. "Ich werde doch auch monatlich abkassiert, obwohl ich nur Nachrichten, Sport und politische Diskussionen anschaue", so der Bayern-Manager.

"Meine große Hoffnung ist, dass die Leute irgendwann bereit sind, zwei Euro im Monat für Fußball zu bezahlen. Das ist nicht mal eine halbe Schachtel Zigaretten oder ein kleines Bier in der Kneipe", so Hoeneß in der "Wirtschaftswoche". "Schauen Sie sich das Fernsehprogramm doch mal in seiner Gänze an und rechnen aus, wie gering der Anteil des Fußballs daran ist und für welche Einschaltquoten er gleichzeitig sorgt. Welche Sendung außer vielleicht 'Wetten dass' erreicht denn vergleichbare Zuschauerzahlen wie Fußball?"
 
DIe Aussagen Hoeneß' stießen am Montag größtenteils auf Ablehnung. Gegenüber der dpa nannte der Vorsitzende des Sportausschusses im Bundestag, Peter Danckert (SPD), den Vorschlag "so irrwitzig, wie es nur irgendwie geht". Da die Gebührenerhebung eine politische Frage ist, sieht auch der medienpolitische Sprecher der FDP, Christoph Waitz, gegenüber der Agentur Zweifel hinsichtlich der Rechtskonfomität dieser neuen Gebühr mit den Vorgaben der EU.
 
Für den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) erscheint die Idee "auf den ersten Blick interessant, aber auf den zweiten Blick mutet man denen, die keinen Fußball sehen wollen eine zweite Gebühr zu", sagte DOSB-Generaldirektor Michael Vesper der dpa. Innerhalb der Bundesliga sind die Manager geteilter Meinung über Hoeneß' Vorstoß.

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