Thomas EbelingBei der ProSiebenSat.1 Gruppe fiel der Verlust im ersten Quartal 2009 deutlich geringer aus als erwartet. Mit einem Fehlbetrag von -1,7 Millionen Euro konnten die Verluste trotz eines mit 627 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahresquartal um 14 Prozent geschrumpften  Umsatzes deutlich verringert werden. In den ersten drei Monaten des vergangenen Jahres summierte sich der Fehlbetrag noch auf -7,9 Millionen Euro. Im Vorfeld der Bekanntgabe der Geschäftszahlen am heutigen Donnerstag wurde spekuliert, dass der Verlust deutlich höher als im vergangenen Jahr ausfallen werde.

Die rückläufigen Umsätze konnte das Unternehmen, das von den Finanzinvestoren KKR und Permira kontrolliert wird, durch einen rigiden Sparkurs, der im vergangenen Jahr eingeläutet wurde, auffangen. Im vergangen Jahr hatte der Medienkonzern vor allem im seinem deutschen Kernmarkt mit den Folgen eines Werbezeitenmodells zu kämpfen, das im Markt auf wenig Akzeptanz gestoßen ist.
 

 
Nachdem das Modell erneut überarbeitet wurde, konnte ProSiebenSat.1 im ersten Quartal nun den Brutto-Werbemarktanteil gegen den allgemeinen Trend im Markt gegenüber dem Vorjahr um drei Prozent steigern. Dennoch gingen die Werbeerlöse im deutschsprachigen Raum gegenüber dem ersten Quartal des vergangenen Jahres um 6,8 Prozent zurück und fielen auf 388,8 Millionen Euro.

"Wir haben in einem schwierigen Umfeld ein zufriedenstellendes Ergebnis erwirtschaftet, werden aber weiter große Anstrengungen unternehmen, um die operative Leistung des Unternehmens zu sichern", sagte der Vorstandsvorsitzende Thomas Ebeling, der seinen Posten im März angetreten hat. "Daher stellen wir unsere Sender in allen Ländern möglichst effizient auf und investieren dennoch angemessen in unser Programm, wie das Beispiel Sat.1 zeigt", so Ebeling weiter.

Hinsichtlich des Sparkurses wurden im Konzern vor allem die Kosten für die Inhalte der Sender durch "eine effiziente Ausnutzung des bestehenden Programmvermögens" reduziert. Bereinigt um den Effekt des Verkaufs der skandinavischen Pay-TV-Sparte CMore verringerte sich der Werteverzehr des Programmvermögens der internationalen TV-Gruppe gegenüber dem Vorjahresquartal um 14 Prozent auf 278,2 Millionen Euro. Bereinigt um den CMore-Effekt lagen die operativen Kosten der ProSiebenSat.1-Gruppe im ersten Quartal dieses Jahres bei 536,33 Millionen Euro und damit um 10,3 Prozent niedriger als im Vorjahreszeitraum.

Im laufenden Geschäftsjahr sollen insgesamt 100 Millionen Euro an operativen Kosten vor allem durch die Neuorganisation der deutschen TV-Sender und der Bündelung des Sales-Bereiches eingespart werden. Bei der Umsetzung der Maßnahmen, im Zuge derer unter anderem der Sender Sat.1 seinen Standort von Berlin nach Unterföhring verlegt, liege man im Plan. Eine Präzisierung der Prognose will das Unternehmen auf Grund der geringen Überschaubarkeit des Marktes allerdings derzeit nicht vornehmen.