Einen langen Atem hatte VOX angekündigt, doch gerade mal vier Wochen hielt der Privatsender am Ende mit seinem "Frauenzimmer" im Nachmittagsprogramm durch, ehe am vergangenen Freitag bereits die letzte Folge ausgestrahlt wurde. Es habe kein Indiz dafür gegeben, dass die Zuschauer das Programm noch annehmen würden, sagte VOX-Geschäftsführer Frank Hoffmann in einem Interview mit dem "FAZ-Fernsehblog"."Normalerweise gibt es spätestens in der zweiten Woche eine positive Tendenz – so wie jetzt bei 'Mein wunderbares Wohnlokal'", so Hoffmann. "Die Zuschauer, die reinzappen, bleiben dabei. Wenn sich das nicht einstellt, hat man die falsche Sendung – oder den falschen Platz dafür." Dass sich ein langer Atem auszahlen kann, zeigte sich auch beim "Perfekten Dinner", das einst mit mageren Quoten gestartet sei. Hoffmann: "Wir haben daran festgehalten und sind mit guten Quoten belohnt worden. Bei 'Frauenzimmer' hat es nun eben nicht geklappt. Ich finde es aber nicht schlimm, wenn eine Idee mal nicht funktioniert. Schlimmer ist doch, wenn man gar keine Ideen mehr hat."
Gescheitert ist im vergangenen Jahr auch der Versuch, mit "Power of 10" eine Quizshow ins Programm von VOX zu heben, doch in beiden Fällen bereut Hoffmann die Entscheidung nicht: "'Power of 10" und 'Frauenzimmer' sind Beispiele dafür, dass wir auch außerhalb unserer Kernkompetenz ausprobiert haben. Beide Male erschien uns das richtig, weil wir im Falle des Erfolgs sehr viel gewonnen hätten, deshalb sind wir die Risiken eingegangen."
Am Nachmittag will man fortan aber auf Experimente verzichten: "Wir haben gerade wieder neue Serien gekauft und warten ab, bis genug Folgen vorliegen, um sie am Nachmittag zu starten"; sagte der VOX-Geschäftsführer im "FAZ-Fernsehblog". Hoffmann mahnt allerdings auch an, nicht immer nur auf die Quote zu achten: "Wir müssen unterscheiden zwischen öffentlichem Druck, weil alle auf Marktanteile fixiert sind und ebenso wichtigen, anderen Zielen. Zuschauermarktanteile geraten oft zum Schönheitswettbewerb." Mindestens genauso wichtig seien die wirtschaftlichen Ziele: "Und die haben wir trotz Werbekrise mit VOX erreicht – ohne Abstriche in der Programmqualität machen zu müssen."
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