Cassian von Salomon© Spiegel TV
Schlechte Nachrichten von einem der großen Produzenten im Informations-Bereich in Deutschland: Die Spiegel TV GmbH, eine 100-prozentige Tochter des Spiegel-Verlags, hat am Montag einen massiven Sparkurs angekündigt. Geplant ist die Streichung von insgesamt 15 Prozent der Stellen. Derzeit arbeiten 261 Mitarbeiter bei Spiegel TV, davon 25 in Berlin. Wegfallen sollen demzufolge rund 40 Stellen. Berlin soll nur noch als Produktionsstandort erhalten bleiben, die Redaktion soll hingegen in Hamburg gebündelt werden.

Hintergrund: Spiegel TV hat im laufenden Jahr die Aufträge für einige Formate und Sendeplätze verloren und dafür noch keine Folgeaufträge aufgetan. "Wir sind zwar aufgefordert, an der konkreten Entwicklung von Nachfolgeformaten mitzuwirken, entschieden ist aber noch nichts", so Cassian von Salomon, einer der Geschäftsführer von Spiegel TV. Ins Kontor schlägt auch eine Änderung bei der langjährige Kooperation mit der dctp von Alexander Kluge: Als Partner von Vox verliert dctp 52 Sendeplätze von Spiegel TV.

 

 

von Salomon erklärt weiter: "Es ist unser Ziel, die starke Position von Spiegel TV im deutschen Fernsehmarkt zu erhalten und weiter auszubauen. Dafür ist es aber unumgänglich, dass wir unsere Organisation verändern und uns leider auch von Mitarbeitern trennen. Der Markt wird enger, die Budgets knapper, die Geschäftsfelder immer kleinteiliger. Und: Informationsfernsehen hat es zurzeit auf allen Kanälen schwer sich durchzusetzen. Diesen Veränderungen müssen wir uns anpassen. Insbesondere um der für uns wachsenden Bedeutung von Auftragsproduktionen gerecht werden zu können, sind schlankere und flexible Strukturen notwendig".

Über die genaue Ausgestaltung des Arbeitsplatz-Abbaus sollen nun in den kommenden Wochen mit dem Betriebsrat und den betroffenen Mitarbeitern Gespräche geführt werden. Informiert wurden die Mitarbeiter durch die Geschäftsführung am Montag-Mittag auf einem "Info-Treffen aus aktuellem Anlass".