ARD streitet mit Medien-Tenor über Nachrichtenanalyse

Foto: ARDMehrere Gutachten, die der ARD vorliegen, kommen zu dem Schluss, dass sich alle zentralen Vorwürfe, die Medien-Tenor gegen die ARD und ihr Nachrichtenangebot erhebt, widerlegen oder zumindest entkräften lassen. Medien-Tenor hatte in zwei Beiträgen seines Forschungsberichts Nr. 146 behauptet, die öffentlich-rechtlichen Sender hätten angeblich wichtige politische Themen in ihren Fernseh-Nachrichten während der Fußball-Welt- und Europa- Meisterschaften vernachlässigt; ARD und ZDF seien ihrem Grundversorgungsauftrag nicht nachgekommen.

ARD-Sprecher Martin Gartzke will das nicht so stehen lassen: "Wir haben unabhängige Wissenschaftler aus Köln, Hannover und Hamburg sowie unsere eigenen Medienforscher um eine erste Einschätzung der Untersuchung von Medien-Tenor gebeten. Das übereinstimmende Fazit: Mit der Programmwirklichkeit haben die so genannten Forschungsergebnisse von Medien-Tenor wenig zu tun."

Gartzke erhebt schwere Vorwürfe gegen die Firma Medien-Tenor: "Die von Medien-Tenor angewandte Methodik ist nicht transparent, Daten werden selektiv und interessengeleitet interpretiert. Nach Überzeugung der von uns befragten Experten sind die Ergebnisse wissenschaftlich angreifbar, sie lassen sich offenbar bis ins Detail widerlegen. Deshalb wird sich die ARD eingehend mit den Behauptungen von Medien Tenor auseinandersetzen."

Zu diesem Zweck wird die ARD Medien-Tenor auffordern, ihr die vollständige Untersuchung einschließlich aller Basisdaten zur Verfügung zu stellen. In der Vergangenheit ist der Streit zwischen Medien-Tenor und Institutionen bereits mehrmals eskaliert, wie die ARD noch erwähnt.

Das Oberlandesgericht Köln sprach demnach zwei Urteile zu Ungunsten von Medien-Tenor. In einem Fall erreichte die "Wirtschaftswoche", dass Medien-Tenor nicht mehr behaupten darf, die Telekom beeinflusse durch Werbegelder die Redaktion des Magazins. Darüber hinaus darf Prof. Dr. Michael Haller, Universität Leipzig, weiterhin behaupten, "Medien-Tenor" betreibe "Datenmanipulation".