Abend der Ehrungen in der deutschen Radio-Szene: Am Donnerstagabend wurde im Hamburger "Schuppen 52" der Deutsche Radiopreis in insgesamt zehn Kategorien verliehen. Als Bester Moderator des Landes darf sich in den kommenden Monaten Volker Haidt fühlen, der die Sendung "Muckefuck" auf radio SAW präsentiert. In der Begründung der Jury heißt es: "Er überzeugt mit Kompetenz, Glaubwürdigkeit und Spontaneität und überrascht jeden Morgen mit etwas Neuem. Er ist Entertainer, lacht mit seinen Hörern, informiert sie und diskutiert mit Ihnen. So wird er zum guten Bekannten und zum sympathischen Freund, dessen innere Flamme das Interesse der Hörer entzündet und begeistert."

Die beste Moderatorin kommt von der WDR-Jugendwelle 1Live und heißt Sabine Heinrich. Hier liest sich die Begründung der Jury so: "Mit ihrem natürlichen Charme und mit ihrer Munterkeit, die nichts Hysterisches hat, gewinnt sie junge und ältere Menschen. Mit dieser eigenwilligen und unverwechselbaren Moderatorin geht man gern durch den Tag, fährt durch sein Leben und fühlt sich auf das herzlichste begleitet, ob zuhause oder unterwegs."

Freuen darf man sich auch beim Internet-Fußballradio 90Elf, das den Preis als beste Innovation einstreichen konnte. "Auf mehreren Medienplattformen vernetzt es gekonnt die spezifischen Nutzungsmöglichkeiten und Vorteile der unterschiedlichen Zugänge und vernetzt sie im Sinne einer gelungenen Medienkonvergenz", hieß es hier zur Begründung.

Die beste Sendung war nach Ansicht der Jury die "WDR 3 Homestory", das als "ungewöhnlich direktes und dynamisches Literaturformat mit vielen Facetten" gewürdigt wurde. Mehr im Mainstream war die Auszeichnung der besten Morgensendung. Hier setzte sich die "SWR 3 Morningshow mit Michael Wirbitzky und Sascha Zeus" durch. Hier "verbindet sich mit der Pflicht, also solide und kompetent dargebotenen Fakten, eine glänzende Kür mit allen Facetten zeitgemäßer Radio-Unterhaltung." Bestes Nachrichtenformat wurde "B5 aktuell".

Die weiteren Preisträger: Beste Höreraktion war "planet project start up" vom hessischen Planet Radio. "Eine Höreraktion als Casting-Show für kreative Köpfe mit einem originellen Gewinn, nämlich einer eigenen Ladenfläche auf Zeit an der Frankfurter Zeil, als Basis für denen eigenen Berufseinstieg: Das hatte unüberhörbar Sinn und Hintersinn", so die Jury. Die beste Reportage produzierte mit "Enis wünscht sich ein Schreibpult" Katharina Erdmann für NDR Info. Das beste Interview führte nach Ansicht der Jury Christina Weiss mit dem transsexuellen Leistungssportler Balian Buschbaum in der "Radio 7-Chrissie Show". Als beste Comedy wurde schließlich "Frühstück bei Stefanie" von NDR 2 ausgezeichnet.

Daneben gab es noch zwei Sonderpreise des Beirats. So ging einer an Herbert Grönemeyer - der sich allein dadurch qualifizierte, dass seine Lieder häufig gespielt werden und der wohl vor allem für ein wenig Glamour sorgen sollte. Der zweite Sonderpreis wurde Sportreporter Manfred Breuckmann verliehen, der jahrzehntelang die ARD-Bundesligakonferenz mitprägte. "Sein Timbre ist unverwechselbar: Eine markante, leicht kratzige, aber freundliche Stimme, die große Begeisterung über den Fußballsport transportiert. Er gehört zu den Sportreportern, die Kompetenz mit Unterhaltungsqualitäten verbinden. Mit seinem einzigartigen Stil hat er über viele Jahre die Herzen der Fans erobert und sich einen festen Platz in der Bundesliga-Geschichte gesichert", heißt es in der Begründung des Beirats. Breuckmann ist inzwischen wieder für 90Elf als Kommentator tätig.