WDR Fernsehen © WDR
Authentizität im Dritten

"Die runde Ecke": WDR setzt auf echte Menschen

 

Für das neue WDR-Format "Die runde Ecke" braucht es nicht viel: Ein Mensch steht hinter einem Mikro und erzählt aus seinem Leben. Laut "Süddeutscher Zeitung" ist eine faszinierende Sendung herausgekommen, die Ende August starten soll.

von Alexander Krei
13.07.2015 - 11:57 Uhr

Dass WDR-Fernsehdirektor Jörg Schönenborn auch ungewöhnliche Programmfarben auf den Schirm bringen möchte, hat er bereits mehrfach erwähnt. "Die runde Ecke" könnte ein solch unkonventionelles Format werden: In der "Süddeutschen Zeitung" berichtet Hans Hoff am Montag von der Produktion der Sendung, deren Konzept so einfach wie genial klingt: Ein Mensch stellt sich auf eine Bühne und erzählt aus seinem Leben. Viel mehr als ein Mikrofon sowie 40 Menschen auf Sitzwürfeln, die ihm mehr als zehn Minuten lang zuhören, braucht es dafür nicht.

Als Moderator der "Runden Ecke", die ab Ende August zunächst fünf Mal im WDR Fernsehen auf Sendung gehen wird, fungiert Patrick Lynen, der dem Bericht zufolge auf einer Reise durch Amerika in einer Bar auf dieses Konzept gekommen ist. Hinter der Show, die durch die Offenheit ihrer Protagonisten einige Parallelen zu Jürgen Domians nächtlichem Talk aufweist, steht der Wunsch nach echten Menschen mit echten Geschichten, von denen es nicht nur nach Lynens Auffassung im deutschen Fernsehen derzeit viel zu wenige gibt.

In verschiedenen Städten organisierte Lynen Klubabende, in denen es darum ging, Menschen mit spannenden Geschichten zu finden. Diese sollen nun in dem neuen TV-Format die kleine Bühne betreten und frei erzählen. Da geht es etwa um eine Frau, die sich gut fühlt, obwohl sie an Multipler Sklerose, Epilepsie und Arthrose leidet und häufig sogar im Rollstuhl sitzen muss. Oder um einen Mann aus Siegen, der den Kontakt zu Paul McCartney suchte, ihn fand und später mit dem Star-Beatle eine Ausstellung organisierte.

"Die Leute, die erzählen, merken, dass sich niemand an ihnen bereichert", so Patrick Lynen gegenüber der "Süddeutschen Zeitung" über das Konzept, für das der WDR auch Geld aus seinem Verjüngungstopf beisteuert. "Wenn ich das Vertrauen missbrauche, kollabiert das ganze Ding." Sollten sich die Menschen auf der Bühne dennoch plötzlich unwohl fühlen, können sie auch nach der Aufzeichnung noch einen Rückzieher machen. Es ist also in mehrerlei Hinsicht ein Risiko, das der WDR eingeht. In diesem Fall aber gewiss eines, das spannende Fernsehmomente verspricht.

Teilen

Kommentarbereich anzeigen

Sie haben einen Text aus dem Archiv des Medienmagazins DWDL.de aufgerufen, das bis ins Jahr 2001 zurückreicht und mehrere Zehntausend Artikel umfasst.



Suchtipps

  • Geben Sie mehrere Suchwörter an, um Ihre Suche einzuschränken. Es werden nur Artikel ausgegeben, in denen alle angegebenen Worte vorkommen.
  • Starten Sie ihre Suche mit einem Anführungszeichen ("), werden nur Artikel ausgegeben, in denen die Worte in genau dieser Reihenfolge vorkommen.
Mit den Newslettern der DWDL.de-Redaktion sind Sie werktäglich bestens informiert. Für die Rundum-Versorgung abonnieren Sie einfach alle Angebote oder wählen den für Sie passenden Newsletter...
Name:
E-Mail:
Frage: 5 + 9 =

Ich möchte die folgenden Newsletter erhalten:
Sie können sich jederzeit wieder abmelden. Beachten Sie unsere Datenschutzerklärung.