Echo © Vox
Auftritt wird stattfinden

Echo 2018: Das sagt der BVMI über Kollegah & Farid Bang

 

Wenn am Abend der Echo verliehen wird, werden zwei Künstler ganz genau beobachtet. Wegen einer fragwürdigen Textzeile stehen Kollegah & Farid Bang in der Kritik, nun äußert sich auch der Bundesverbandes Musikindustrie (BVMI). Bei Vox kann man im Notfall reagieren.

von Timo Niemeier
12.04.2018 - 16:26 Uhr

"Mein Körper definierter als von Auschwitzinsassen" - so lautet eine Textzeile aus dem Song "0815" von Kollegah & Farid Bang, die bei der heutigen Echo-Verleihung unter anderem in der Kategorie "Album des Jahres" nominiert sind. Beide stehen seither heftig in der Kritik, vom Internationalen Auschwitz Komitee heißt es, die Teilnahme der Rapper an der Show sei "für alle Überlebenden des Holocaust ein Schlag ins Gesicht und ein für Deutschland beschämender Vorgang". Ein Ethik-Beirat des BVMI hatte zuletzt entschieden, die Nominierung nicht zurückzuziehen.

Nun äußert sich der Musikverband noch einmal in eigener Sache und hält weiterhin an dem umstrittenen Duo fest. Der BVMI verweist auf den Beirat und dessen Entscheidung, die mehrheitlich im Sinne der Kunstfreiheit getroffen worden sei. Das Gremium hatte gleichzeitig eine Missbilligung der Sprache ausgesprochen und appelliert, das Thema breit in der Öffentlichkeit zu diskutieren. "Sowohl der Beirat als auch wir wollen uns aktiv an der Gestaltung dieser Debatte beteiligen", heißt es nun vom BVMI.

Der Bundesverband teilt mit: "In den zahlreichen Gesprächen und Diskussionen der letzten zwei Wochen ist klar geworden, inwiefern die Verantwortung auch für einen provokanten Umgang mit Kunstfreiheit jeweils bei den Kreativen und ihren Partnern liegt. Das ist insofern ein Appell an die Branche, in Zukunft noch mehr darauf zu achten und noch genauer hinzuschauen, welche Inhalte die Texte veröffentlichter Künstler haben."

Der BVMI verteidigt die Teilnahme der Musiker, die man als "zwei außerordentlich erfolgreiche Repräsentanten des Genres HipHop", die viele Menschen hören würden, bezeichnet. Das sei der Grund, weshalb sie für einen Auftritt angefragt worden seien und auch live performen werden. "Wir als Gesellschaft sollten nun hinschauen und uns damit auseinandersetzen, anstatt schlicht auf Ausgrenzung zu setzen." Diverse Medien berichteten bereits über einen Notfallplan, den Vox am Abend in Gang setzen könnte, wenn sich die Rapper daneben benehmen. Weil die Show aufgrund von Werbeunterbrechungen etwas zeitversetzt übertragen wird, könnte Vox provokante Aussagen der Rapper aus der Übertragung herausschneiden.

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