Foto: RTL"Ich würde und werde mich öffentlich nicht mit dem Islam beschäftigen", gibt Hape Kerkeling in der "Zeit" zu Protokoll. Zwar wisse man in unserem Kulturkreis relativ genau, wo die Grenzen des guten Geschmacks lägen.  "Bei den anderen wissen Sie doch gar nicht, wo die Grenze beginnt. Sie befinden sich sofort in einem Minenfeld", so der Moderator. Somit würde Horst Schlämmer auch nie in einer Moschee auflaufen.

Die Figur des abgehalfterten Journalisten Schlämmer ist für Kerkeling neben einer "Erholung von der eigenen Person" auch einer Rache an allen Journalisten, die er über all die Jahre über sich habe ergehen lassen müssen. Journalisten, die ihm "die unglaublichsten Fragen gestellt haben, die frech waren, die dreist waren, die angetrunken zum Interview gekommen sind", so Kerkeling in der "Zeit".
 

 
Mitunter sei Kerkeling erschrocken, dass er mit seinem Auftritt als Königin Beatrix bei einem offiziellen Staatsbesuch und anderen Aktionen das Genre des satirischen Überfalls im Fernsehen etabliert habe. Kerkeling in der "Zeit": "Wenn es aber zum Prinzip wird, durch diese Methode Leute zu beschädigen - und das ist sehr einfach -, fühle ich mich dadurch nicht geehrt, sondern denke: Um Gottes willen, was habe ich da nur angerichtet ... Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich es nicht gemacht".

An einen Ausstieg aus dem Fernsehen habe Kerkeling, der seine Karriere 1984 als Entertainer beim Bayrischen Rundfunk, Radio Bremen und dem WDR begann, immer dann gedacht, wenn er schlechte Kritiken erhielt oder eine seiner Sendungen abgesetzt wurde. Als Wunsch für seinen Ausstieg aus dem Fernsehen gibt Kerkeling an: "Ich möchte mich nicht vor der Kamera alt werden sehen".