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Nach der Euphorie

TIMM trennt sich von 25 Mitarbeitern

 

Als frei empfangbares Vollprogramm hatte sich TIMM von Anfang an viel vorgenommen. Nach Vollgas zum Start, muss jetzt gespart werden: Von gleich 25 Mitarbeitern hat man sich vergangene Woche getrennt und im Programm spart man sich manch kostspielige Eigenproduktion.

von Thomas Lückerath
08.05.2009 - 21:48 Uhr

Frank LukasDie eigenen Ansprüche waren höher gesteckt als nötig: Deutschlands erster Fernsehsender für ein schwules Publikum wollte mit einer ganzen Reihe von Eigenproduktionen vom Start weg Größe und Stärke demonstrieren. Ein ehrenhafter Versuch von Senderchef Frank Lukas (Foto), den man sich im derzeit wirtschaftlich schwierigen Gesamtumfeld allerdings nicht mehr leisten kann. Nach DWDL.de-Informationen hat sich TIMM schon vergangenen Woche von 25 Mitarbeitern getrennt, darunter in erster Linie eine Vielzahl freier Mitarbeiter, deren Dienste vorerst nicht benötigt werden.
 
Besonders hart traf es die Redaktion von "TIMM Today". Das werktäglich produzierte Magazin, seit Mitte November auf Sendung, ist in bisheriger Form seit einer Woche Geschichte. Statt einem zwanzigminütigen, oft recht bunten Magazin mit Einspielern gibt es seit Montag unter der Marke "TIMM Today" über den Abend verteilt um 19.55 Uhr, 21.10 Uhr, 22.10 Uhr und 23.10 Uhr kurze Newsflashs mit verlesenen Meldungen.
 

 
Beim Sender heißt es, die Sendung werde damit noch aktueller. In erster Linie war das Magazin durch den hohen Personalaufwand der größte Kostenfaktor im Programm. "Ein Magazin kostet eben viel Geld. Wir nutzen aber 'TIMM TODAY' auch als Spielwiese, um neue Formate zu testen, eigene Experten aufzubauen und um TIMM ein Gesicht zu geben. 'TIMM TODAY' steht aber auch für Vielfalt. Keine andere Formatierung, als eben die eines Magazins, ermöglicht diese Bandbreite an Themen", erklärte Senderchef Lukas noch im Januar. Jetzt die Umstellung auf Newsflashs, die für den Sender allerdings abseits der Kostenseite noch einen anderen praktischen Nebeneffekt hat.

Logo: TimmDie neue Programmierung ermöglicht es, die derzeit bei allen Fernsehsendern auffallend schwache Werbeauslastung des Programms auszugleichen, um gewohnte Anfangszeiten einhalten zu können. Aus dem ambitionierten Projekt eines eigenen Polittalks wird vorerst auch nichts. Das Format für den Mittwochabend wurde vor dem Sendestart von TIMM und auch im Januar noch einmal angekündigt. Bei Eigenproduktionen schaut TIMM jetzt also offenbar genauer auf das Geld. Vorerst pausieren wird auch die Datingshow "Homecheck". Eingestellt werden die Eigenproduktionen allerdings nicht. So sind weitere neue Ausgaben des Reisemagazins "Upgrade" und der Talkshow "Timmousine" geplant. Und auch im Bereich Lizenzware hat der Sender frisches Programm auf Lager.

Im Juni zeigt TIMM die sechsteilige US-Realityshow "Curl Girls" über eine lesbische Freundesclique in Los Angeles. Dazu kommen eingekaufte ("Real Desperate Housewives") und noch selbstproduzierte Dokumentationen ("Ich liebe Dich"). Mit "Bump" nimmt TIMM ab dem 17. Juni zum Sommer immer mittwochs ein neues Reisemagazin ins Programm. Die kanadische Produktion war das weltweit erste schwul-lesbische Reisemagazin. Und in einer schon produzierten Folge des Eigenformats "Upgrade" dreht sich am 14. Juni alles um "Das schwule Traumschiff". Ab Ende Juni und im Juli widmet sich TIMM dann den anstehenden Feiern des Christopher Street Days in mehreren deutschen Städten.

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