Logo: Sat.1; Grafik: DWDL.deVor kurzem steckte Sat.1 noch in einer nicht enden wollenden Krise. In diesem Monat sieht die Welt nun plötzlich ganz anders aus. In der Zielgruppe liegt der Monatsschnitt über der 12-Prozent-Marke und auch beim Gesamtpublikum sieht es mit genau 12,0 Prozent unerwartet gut aus. Hauptgrund sind natürlich die Topquoten, die Sat.1 mit Champions League und den Spielen des FC Bayern im Uefa Cup zuletzt erreichte. Doch das allein ist es offenbar nicht, was den Sender derzeit wieder auferstehen lässt.

Denn auch am Dienstag, an dem Sat.1 auf sein ganz normales Programm mit einem eigenproduzierten Film und dem Magazin "Akte" setzte, schwang sich der Berliner Sender plötzlich zum Tagesmarktführer beim Gesamtpublikum auf. 14,1 Prozent Tagesmarktanteil erzielte Sat.1 bei den Zuschauern ab 3. Das Erste kam trotz seiner stets hervorragend laufenden Serien am Dienstagabend nur auf 13,1 Prozent Tagesmarktanteil. Auch mit den Werten in der Zielgruppe kann Sat.1 sehr zufrieden sein: Mit 13,7 Prozent lag Sat.1 klar vor ProSieben auf einem zweiten Platz.

Zu verdanken hat Sat.1 die starken Werte zum Teil der gut laufenden Primetime. Der Film "Bis dass der Tod uns scheidet" behauptete sich gut zwischen den RTL-Serien auf der einen und dem Bully-Casting auf der anderen Seite. 1,97 Millionen 14- bis 49-jährige Zuschauer reichten für starke 15,0 Prozent Marktanteil in der Zielgruppe. Beim Gesamtpublikum sah es mit 4,43 Millionen Zuschauern ab drei Jahren und 14,0 Prozent Marktanteil fast genauso gut aus. Auch "Akte 2008" kam im Anschluss auf erfreuliche 14,0 Prozent Marktanteil in der Zielgruppe und 12,8 Prozent Marktanteil beim Gesamtpublikum.

Der große Stützpfeiler des Programms ist aber der Nachmittag. Die Gerichtsshows dort laufen insbesondere beim Gesamtpublikum besser denn je: "Richterin Barbara Salesch" kam mit rund 3 Millionen Zuschauern ab drei Jahren auf stolze 24,0 Prozent Marktanteil beim Gesamtpublikum, "Richter Alexander Hold" holte direkt im Anschluss sogar 24,9 Prozent Marktanteil und auch "Niedrig und Kuhnt" scheiterte nur knapp an der 20-Prozent-Marke. In der Zielgruppe sah es zwar etwas schlechter aus, doch mit Werten um 18 Prozent kann Sat.1 auch hier sehr zufrieden sein.

Sat.1 profitiert hier weiter klar von der RTL-Schwäche, das nachmittags mit Wiederholungen von "Einsatz in vier Wänden - Spezial", "Endlich Urlaub" und "Nikola" weiter nur miese Quoten einfährt und nicht einmal eine Million Zuschauer vor den Fernseher holt. Nun darf man bei Sat.1 also vor allem darauf hoffen, dass die neue RTL-Nachmittags-Programmierung ab Mai weiter ähnlich erfolglos bleibt - ansonsten könnte der unverhoffte Aufschwung von Sat.1 schnell wieder einen deutlichen Dämpfer erhalten.