So hat man sich den Herbst in Sat.1 sicherlich nicht vorgestellt: Eigentlich wollte der inzwischen in München ansässige Privatsender mit prominenten Gesichtern wie Johannes B. Kerner und Oliver Pocher für den lange ersehnten Aufschwung sorgen. Doch von einem Erfolg ist man derzeit weiter entfernt als selbst die größten Skeptiker zu glauben wagten.Nachdem "Kerner" vor wenigen Tagen auf gerade mal noch 4,5 Prozent Marktanteil in der Zielgruppe kam und dadurch nach nur drei Wochen seinen Sendeplatz am Montagabend verlor und nun sogar teilweise erst gegen Mitternacht starten darf, läuft es auch für "Die Oliver Pocher Show" immer schlechter. Nach einem soliden Start und zwischenzeitlich auf Höhe des Senderschnitts liegenden Quoten, befindet sich die Late-Night-Show nun im freien Fall.
Selbst gegen vermeintlich harmlose Konkurrenz kam Pocher nicht an. Die Folge: Am Freitag verzeichnete die Sat.1-Show mit 630.000 Zuschauern zwischen 14 und 49 Jahren gerade mal noch 6,8 Prozent Marktanteil in der Zielgruppe und damit einen neuen Minus-Rekord. Selbst eine gegen Mitternacht ausgestrahlte Wiederholung der Sketchcomedy "Zack! Comedy nach Maß" erreichte mehr jüngere Zuschauer. Insgesamt hatte Pocher ohnehin keine Chance: 980.000 Zuschauer bedeuteten miese 4,5 Prozent Marktanteil - ein Wert, der Kollege Kerner den Sendeplatz kostete.
Kleiner Trost für Sat.1: Die neue Vorabend-Soap "Eine wie keine" beendete ihre erste Sendewoche mit 10,5 Prozent in der Zielgruppe und lag damit auf Höhe des Premieren-Niveaus, "Anna und die Liebe" verzeichnete danach sogar 14,8 Prozent. Wirklich bezahlt gemacht hat sich der neue Vorabend für den Sender allerdings noch nicht, denn vor allem die zuletzt erstarkte Crime-Doku "K 11" leidet unter dem Fehlen von "Lenßen & Partner" und erreichte im Anschluss an das "Sat.1-Magazin" zum Wochenausklang wieder nur magere 9,1 Prozent.
Die Baustellen im Programm von Sat.1 bleiben daher zahlreich - und allzu große Hoffnung auf schnelle Besserung sollte man besser nicht hegen. Für den derzeitigen Aufschwung sind nach wie vor die teuer erkauften Fußball-Rechte verantwortlich. Wie es aussehen wird, wenn Quotengarant FC Bayern München nicht mal den Einzug in die Gruppenphase schaffen sollte, will man sich in München sicherlich besser noch nicht vorstellen.
von 


